Gwendolyn „Blondy“ Chisolm, Mitgründerin von The Sequence, mit 66 Jahren gestorben

Die Rapperin gründete die Hip-Hop-Gruppe 1979 mit Cheryl „The Pearl“ Cook und Angie Stone – und landete sofort einen Hit mit „Funk You Up“.

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Gwendolyn „Blondy“ Chisolm, die Rapperin und Singer-Songwriterin, die The Sequence mitgegründet hat, ist tot. Das hat ROLLING STONE bestätigt. Sie wurde 66 Jahre alt.

Chisolm gründete die Hip-Hop-Gruppe 1979 gemeinsam mit Cheryl „The Pearl“ Cook und Angie Stone und landete prompt einen Hit mit „Funk You Up“. (Stone starb im März 2025 im Alter von 63 Jahren nach einem Autounfall.) Wie „Billboard“ berichtet, litt Chisolm vor ihrem Tod am Montag, dem 6. April, kurz an einer Krankheit.

„Meine Schwester hat der Musikbranche sehr viel von sich gegeben“, erklärte Chisolms Schwester Monica Scott in einem Statement, das der Publikation im Namen der Familien Chisolm und Scott übermittelt wurde. „Alle kennen ihre berühmten Texte und Melodien, die noch immer Millionen von Menschen Freude bereiten. Sie war eine kreative Kraft, die unzählige Herzen berührt hat.“

Kindheit und Anfänge

Aufgewachsen in Columbia, South Carolina, kannte Chisolm ihre späteren Bandkolleginnen von klein auf – alle drei besuchten die C.A. Johnson High School und waren dort Cheerleaderinnen. Als Teenager lieferte ihnen diese Aktivität genau die Refrains, die zur Grundlage ihrer Musik werden sollten. „’Funk You Up‘ kommt von einem Cheerruf“, sagte Chisolm 2017 gegenüber ROLLING STONE. „’Funk You Up‘ war [singt]: ‚We’re gonna blow you, right on out. We’re gonna blow you right on out.’“ Außerdem sang Chisolm zusammen mit Stone im Kirchenchor.

The Sequence war der erste weibliche Hip-Hop-Act, der bei Sugar Hill Records unter Vertrag genommen wurde, und veröffentlichte drei Alben, bevor sich die Gruppe 1985 auflöste. „Funk You Up“ wurde unter anderem von Dr. Dre in „Keep Their Heads Ringin’“ interpoliert und beeinflusste Mark Ronson und Bruno Mars‘ „Uptown Funk“.

Den Weg zum Label fanden die drei, nachdem sie sich Zugang zur Backstage eines Sugarhill-Gang-Konzerts verschafft hatten. Chisolm hatte die Tickets von ihrem Chef im Supermarkt bekommen, wo sie arbeitete – doch um hinzugehen, musste sie sich über den ausdrücklichen Willen ihrer Mutter hinwegsetzen. „[Meine Mutter] sagte: ‚Wenn du jetzt durch diese Tür gehst, kommst du nie mehr zurück’“, erzählte sie. „Ich bin nie zurückgekommen.“ Und das alles, obwohl die Tickets dann nicht mal wie versprochen an der Abendkasse auf sie warteten.

Der Durchbruch

Stone wusste zum Glück genau, was zu sagen war, um sich Gehör zu verschaffen. „Wir wussten nicht mal, wer er war oder wohin er uns brachte. Wir wussten nur: Wir kommen rein“, sagte Chisolm. „Und als er mit uns redete, sagten wir: ‚Ach ja, und nebenbei – wir können besser singen und rappen als die Sugarhill Gang.’“ Ihr Selbstbewusstsein trug sie weit.

Von ihrem alten Traum, zur Army zu gehen und Drill Sergeant zu werden, brauchte Chisolm fortan nicht mehr zu träumen. Sie ging auf Tour, nahm Alben auf und reiste an der Seite der Sugarhill Gang. Die Hip-Hop-Revolution erblühte quer durch Amerika, und sie waren Pionierinnen mittendrin. Doch es war nicht alles Gold. Chisolm und ihre Bandkolleginnen haben in der Vergangenheit offen darüber gesprochen, vom finanziellen Erfolg ihrer Musik ausgeschlossen worden zu sein. „Es tut weh zu wissen: Da schuftest du, kannst dich kaum ernähren, kannst kaum deine Rechnungen bezahlen, und das Leben geht einfach weiter – während andere Millionen mit etwas verdienen, das du erschaffen hast“, sagte sie. „Das ist ein verdammt schmerzhaftes Gefühl.“

Das Vermächtnis von The Sequence lebt in ihren Hits weiter – von „Funk You Up“ über „Funky Sound (Tear the Roof Off)“ bis hin zu „I Don’t Need Your Love (Part One)“. Chisolm wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem privaten Rahmen geehrt.

Abschied und Vermächtnis

„Wir sind gerade am Boden“, sagte Scott gegenüber „Billboard“. „Aber wir finden Trost in dem Wissen, dass ihr wunderschöner Geist durch die Lieder weiterlebt, die sie mit der Welt geteilt hat. Wir hoffen, dass die Welt sie als leidenschaftliche Künstlerin und Stimme einer Generation in Erinnerung behalten wird. Ihr könnt ihr Andenken ehren, indem ihr ihre Musik aufdreht.“