Nach Mordversuch: Turnstile eröffnen Coachella-Set mit Clip von Brandon Yates‘ Vater

Es waren turbulente Wochen für die Band – Turnstile lieferten beim Coachella aber ein starkes Set.

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Turnstiles Rückkehr zum Coachella war so laut, ungezügelt und kraftvoll, wie man es von einer Band erwarten darf, die – gemeinsam mit Gleichgesinnten wie Idles und Shame – Hardcore-Musik und Moshpit-Energie effektiv zurück zu den schwitzenden Massen der Gen Z gebracht hat.

Das galt selbst angesichts des Schattens, den eine Nachricht der vergangenen Woche über das Set warf: Der ehemalige Gitarrist Brady Ebert war wegen versuchten Mordes an Brandon Yates‘ Vater verhaftet worden – ein dramatischer Fall, in dem Berichte über Erpressung, einstweilige Verfügungen, Drogenmissbrauch und Körperverletzung mit einem Fahrzeug eine Rolle spielen.

Die Band ließ größtenteils die Musik für sich sprechen. Allerdings erschien Yates‘ Vater in einem vorab aufgezeichneten Einspieler kurz vor dem Auftritt auf der Leinwand und erzählte stolz, wie Turnstile den Sprung vom Proben in seinem Keller zur Anmietung eines richtigen Studios geschafft hatten. Eröffnet wurde das Set mit dem synthlastigen, sich langsam aufbauenden „Never Enough“, das nahtlos in den ersten Mitsingmoment mit erhobenen Fäusten überging.

Die aktuelle Gitarristin Meg Mills wechselte zwischen Edge-esken, in den Himmel greifenden Reverb-Flächen und wuchtigen, riffbeladenen Powerchords und spielte sich durch den Großteil des einstündigen Sets an der hochoktanigen Energie der restlichen Band entlang. Bei „SEEIN‘ STARS“ überraschte die Band alle mit einem Gastauftritt von Blood Orange, der mit dem Ensemble auf die Bühne kam und Cello spielte.

Katharsis im Moshpit

Anschließend walzte die Band das Publikum mit Songs wie „Endless“ und „Blackout“ nieder, trieb immer größere Circle Pits an und schloss mit dem knallharten „Birds“. „Everyone jump“, forderte Yates das Publikum auf – und löste damit kollektive Begeisterung aus. Das Set endete mit einem ausgedehnten Crowdsurf, während Yates die Liebe eines Publikums spürte, das ihm und seiner Band auf ganzer Linie den Rücken stärken wollte.

Jeff Miller schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil