Noah Kahan
„The Great Divide“
Universal (VÖ: 24.4.)
Authentischer Folk-Pop ohne künstliche Schnörkel.
Nun aber! In der Neuen Welt gilt der 29-Jährige aus Vermont mit zwei Grammy-Nominierungen im Briefkopf längst als Superstar. Für sein lang erwartetes viertes Album legt der Singer-Songwriter eine Schippe drauf, er offenbart sein Seelenleben und hat seine Songs noch einmal komplexer verwebt. Das dürfte sein Erfolgsrezept sein: Hier kann man keine musikalischen Wendungen vorhersehen wie beispielsweise bei Ed Sheeran.
Noah Kahan gibt sich eher als amerikanischer Folk-Gegenpart zu David Gray und überrascht mit Breaks aus dem Zauberzylinder. Obwohl er oft mit Akustikgitarre einsetzt, entwickeln sich die Stücke zu einem musikalisch dicht gestrickten Geflecht, The National nicht unähnlich („Haircut“). Das macht einen Einsatz im deutschen Mainstream-Radio wahrscheinlich eher schwierig, bestätigt aber seine Authentizität. Ein ehrlicher Bursche, der all die hier besungenen Probleme selbst durchlebt hat. Der KI keine Chance!