Auch ein Bruce Springsteen muss Sportlern weichen

Die Stadt der brüderlichen Liebe feiert Erstrunden-Erfolge in NBA und NHL – doch das zwingt die E Street Band zur Umplanung ihrer Land of Hope and Dreams Tour.

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Die Philadelphia 76ers und die Flyers zogen am Samstag jeweils in die zweite Runde ihrer Playoffs ein – doch diese Siege haben ihren Preis: Bruce Springsteens Philly-Show wurde auf den 30. Mai verschoben.

Springsteen und die E Street Band sollten eigentlich am 8. Mai in der Xfinity Mobile Arena auftreten; die Halle wird nun jedoch für Spiel 3 der Sixers gegen die New York Knicks gebraucht. Der Stanley-Cup-Spielplan der Flyers – kombiniert mit Springsteens eigenem Tourkalender – erschwerte die Terminfindung zusätzlich, sodass das Konzert nun 22 Tage später stattfindet.

„Aufgrund des NBA- und NHL-Playoff-Spielplans wurde das Konzert von Bruce Springsteen and The E Street Band in der Xfinity Mobile Arena auf den 30. Mai verlegt“, teilte Springsteens offizielle Website am Sonntag mit. „Alle Tickets für das ursprüngliche Datum behalten ihre Gültigkeit für den neuen Termin.“

Neuer Abschluss der Tour

Die Philadelphia-Show der Land of Hope and Dreams Tour war ursprünglich zwischen mehreren New-York-Terminen eingeplant – dem 5. Mai in der UBS Arena in Elmont, zwei Abenden im Madison Square Garden sowie dem 14. Mai im Barclays Center in Brooklyn.

Nun wird die Philly-Show den Abschluss des Tourblocks bilden und nach der bisherigen letzten Station am 27. Mai im Nationals Park in Washington stattfinden.

Bruce Springsteen jamt mit Patti Smith, Public Enemy und Dr. Dre

Für ein paar wunderbare Minuten wirkte die Bühne des Pollack Theater der Monmouth University wie eine Szene aus einem deliranten Rock-and-Roll-Fiebertraum. Es war das große Finale der vierten American Music Honors, und Patti Smith sang „People Have the Power“ – an ihrer Seite Bruce Springsteen, Doors-Drummer John Densmore, Steve Earle, Nils Lofgren, Jake Clemons, Amy Helm, Dr. Dre, Public Enemy und Little Stevens Disciples of Soul.

Dr. Dre wehrte sich zunächst gegen Steve Van Zandts Versuche, ihn buchstäblich auf die Bühne zu ziehen, und gab erst nach, als Patti Smith die Aktion unterstützte („What is it, man? Come on up!“). Doch es dauerte nicht lange, bis Dre ein Tamburin schnappte und den Refrain ins selbe Mikrofon sang wie Steve Earle und Van Zandt. Die Szenerie wurde noch surrealer, als Flavor Flav die Bühne stürmte, jeden einzelnen umarmte – auch Smith, mitten in ihrem Gesang – und die Menge aufheizte. „Yeah boy!“, rief er immer wieder. „We got the power!“

So etwas wäre wohl nirgendwo sonst denkbar als bei den American Music Honors, die jedes Jahr vom Bruce Springsteen Center for American Music veranstaltet werden, um wegweisende Künstlerinnen und Künstler zu ehren. Der diesjährige Jahrgang umfasste die Doors, Patti Smith, Dionne Warwick, die E Street Band und Dr. Dre. Dazu gab es einen musikalischen Sondertribut an the Band. Springsteen saß in der ersten Reihe, verbrachte aber einen Großteil des Abends damit, Laudationes zu halten und mit den Geehrten zu jammen.

Intim wie früher

Eine Show mit so viel Starpower hätte problemlos die Radio City Music Hall oder sogar Madison Square Garden gefüllt – doch das Pollack Theater fasst gerade einmal rund 700 Personen. Die Geehrten und Gastmusiker saßen im Publikum und mischten sich unter die Gäste, was eine Atmosphäre erzeugte, die an die frühen Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Zeremonien erinnerte – bevor die in Basketballarenen umzog, zum TV-Event wurde und jede Intimität und Spontaneität verlor.

Daniel Kreps schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil