Trump redet mit Kindern im Oval Office von Iran-Krieg und Trans-Athleten

Nie zu früh, um etwas über nukleare Vernichtung zu lernen.

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Donald Trump ist ein vielbeschäftigter Mann – aber für Kinder hat er immer Zeit.

Der Präsident lud am Dienstag eine ganze Gruppe davon ins Oval Office ein – zusammen mit Robert F. Kennedy Jr., Bildungsministerin Linda McMahon und einem All-Star-Aufgebot an MAGA-Athleten – um ein Memo zu unterzeichnen, das den „Presidential Fitness Test Award“ wieder einführt. Dieser soll künftig an Schülerinnen und Schüler für „herausragende Leistungen und persönliches Engagement für Kraft, Gesundheit und körperliche Fitness“ vergeben werden.

Trump hat sich noch nie davon abhalten lassen, bei irgendeiner Veranstaltung – egal welchem Anlass oder welchem Publikum – einfach draufloszureden, was ihm gerade durch den Kopf geht. Dienstag war keine Ausnahme. Umringt von Kindern echauffierte er sich über die Börse, seine Umfragewerte, darüber, dass er den Friedensnobelpreis hätte bekommen sollen für das Ende von acht Kriegen – und über den Krieg, den er gerade ohne erkennbaren Grund vom Zaun gebrochen hat.

Nukleare Drohkulisse für Kinder

„Wir können nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekommt“, sagte Trump und wandte sich den Kindern zu. „Ihr seid vielleicht noch zu jung dafür. Ich weiß nicht. Ihr wisst das wahrscheinlich besser als die meisten. Aber man kann einer Horde Verrückter keine Atomwaffe überlassen, sonst wäre die Welt in Gefahr.“

„Wir hätten den Iran mit einer Atomwaffe gehabt, und vielleicht wären wir jetzt gar nicht alle hier“, fügte er an einer Stelle hinzu – und sorgte so dafür, dass die anwesenden jungen Amerikaner sich der Möglichkeit nuklearer Vernichtung bewusst wurden. (Der Iran stand vor dem Krieg entgegen Trumps Behauptungen nicht kurz davor, eine Atomwaffe zu besitzen; eine aktuelle Geheimdiensteinschätzung ergab zudem, dass der Krieg die nuklearen Fähigkeiten des Landes nicht beeinträchtigt hat.)

Kurz zum eigentlichen Thema zurückgekehrt, nutzte Trump die Gelegenheit, mit einigen der versammelten Jugendlichen über ihre sportlichen Ambitionen zu sprechen.

Vom Powerlifting zu Trans-Athleten

„Ich mache gerade Football und nächstes Jahr werde ich Powerlifting ausprobieren“, erzählte ein Kind dem Präsidenten.

„Und du wirst im Powerlifting nie gegen Frauen antreten“, erwiderte Trump. „Habt ihr das gesehen? Da gab es einen männlichen Powerlifter, der sich entschieden hat, in die andere Richtung zu gehen. Er hat einen Rekord gebrochen, der 18 Jahre lang Bestand hatte – um 119 Pfund. Er war ein gescheiterter Powerlifter, wechselte die Seite und beschloss, in den Frauensport einzusteigen, und schlug den Rekord.“

„Findest du das fair?“, fragte er Golfer Bryson DeChambeau, bevor er sich wieder dem Kind zuwandte. „Bei dir machen wir uns da keine Sorgen.“

Obama als Zielscheibe

Die Veranstaltung diente dazu, eine Entscheidung der Obama-Regierung rückgängig zu machen, die den Presidential Fitness Test zugunsten von Programmen abgeschafft hatte, die weniger auf sportliche Kennzahlen als auf allgemeine Gesundheit und Ernährung ausgerichtet waren. Trump genoss es sichtlich, diesen Schritt am Dienstag durch den Kakao zu ziehen. „Wir hatten die Obama-Regierung. Wunderbare, wunderbare Person. Barack Hussein Obama – habt ihr von ihm gehört?“, fragte er die Kleinen, die beim nächsten Schulhofpausen-Gespräch sicher einiges zu verarbeiten haben werden.

Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Trump auf dem Rasen des Weißen Hauses, wo er seine eigene körperliche Fitness unter Beweis stellte: Er pumpte die Fäuste zu „Eye of the Tiger“ und verfehlte ein paar Golfputts.

Ryan Bort schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil