Die Welt brennt, und Marco Rubio hat Spaß als DJ

Trump veranstaltete ein Golfturnier in seinem Privatclub, während Marco Rubio auf einer Hochzeit als DJ auflegte und die Fäuste reckte.

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Wir befinden uns im Krieg. Die Benzinpreise klettern in weiten Teilen des Landes über fünf Dollar pro Gallone. Der politische Apparat des Landes ist durchzogen von Spaltung, internen Machtkämpfen und bürokratischem Chaos, das 250 Jahre historischer Präzedenzfälle ins Wanken zu bringen droht.

Aber schaut mal, was Marco Rubio so treibt: Er legt als DJ auf einer Hochzeit auf. Was für eine schöne Zeit.

Der Außenminister wurde dieses Wochenende hinter den Turntables bei einer Familienhochzeit fotografiert, wie er Calvin Harris‘ „Feel So Close“ und ein paar andere Bangers vor jubelndem Publikum auflegte und beim Beat Drop die Faust in die Luft riss. „Let’s goooooo!!!“, schrieb Dan Scavino, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, auf X.

Ein krasser Kontrast zur geopolitischen Lage, die Rubio eigentlich im Griff haben soll. Aber hey – er folgt damit nur dem Vorbild seines Vorgesetzten. Während J.D. Vance sich letzten Monat durch letztlich erfolglose Verhandlungen zur Beendigung des Irankriegs quälte, schaute sich Präsident Donald Trump einen UFC-Kampf an. Dieses Wochenende veranstaltete er ein PGA-Tour-Event in seinem Luxus-Golfclub Doral in Florida – wobei das Weiße Haus eilig darauf hinwies, dass er dort immerhin ein Telefonat entgegengenommen habe.

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Dass politische Führungsfiguren feiern, während die Weltordnung bröckelt, ist naturgemäß schwer zu ertragen. Aber sie sind auch nur Menschen – selbst wer die wichtigsten Jobs der Welt innehat, hat familiäre Verpflichtungen und verdient es, gelegentlich Dampf abzulassen. Doch zwischen der Nachsicht, die wir diesen Figuren entgegenbringen, und dem Ernst ihrer Verantwortung besteht eine unauflösbare Spannung.

Zum Präsidenten gewählt – oder zum Außenminister ernannt – zu werden ist, vorsichtig ausgedrückt, eine ziemlich große Sache. Vier Jahre lang stehen sie im Grunde rund um die Uhr im Dienst. Die Belange des Landes müssen an erster Stelle stehen, und auf einer grundlegenden Ebene müssen sie sich persönlich darum kümmern. Das ist der Grund, weshalb wir Präsidenten historisch gesehen hart dafür kritisieren, wenn sie sich eine Auszeit nehmen.

Letztlich ist es das Timing, das darüber entscheidet, wie solche Bilder in der Öffentlichkeit ankommen. Marco Rubio wird nicht rund um die Uhr nach einer Lösung für die Krise im Iran suchen – aber die schiere Gleichgültigkeit, die Trump und seine Regierung dabei zur Schau stellen, legt nahe, dass ihnen ein Ende des Krieges möglicherweise schlicht egal ist, egal wie verheerend er wirtschaftlich für das Land ist.

Wessen Interessen sie vertreten

Diese Haltung ist zweifellos ein Geschenk an ihre politischen Gegner – aber sie ist auch ein Signal an die amerikanische Bevölkerung, wen Trump und seine Leute wirklich vertreten. Nicht diejenigen, die täglich einstechen und ausstempeln oder die Nachtschicht im Krankenhaus schieben. Die meisten von uns – Menschen mit Jobs – können sich ein gewisses Unbehagen nicht verkneifen, wenn sie den Präsidenten auf dem Golfplatz sehen oder den Außenminister zu Calvin Harris tanzen. Aber die anderen Leute auf diesem Golfplatz? Die andere Klasse von Menschen, die es sich leisten kann, Urlaub zu machen, die ihre Boote, Trucks und Golfcarts zum Vergnügen bewegen, wenn der Sprit über fünf Dollar die Gallone kostet? Wir reden hier nicht von der oberen Mittelschicht. Wir reden von denen, die den Benzinpreis wahrscheinlich gar nicht kennen, weil sie seit Jahren nicht mehr selbst getankt haben. Das ist Trumps Klientel. In deren Auftrag verhandelt Rubio. Denen gegenüber sind sie verpflichtet. Und diese Leute? Die spielen gerne noch eine Runde.

Jack Crosbie schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil