Papst Leo XIV. warnt vor den Gefahren der KI und fordert „Entwaffnung“

„Die Menschheit steht heute vor einer Weggabelung“, so der Papst in seiner ersten Enzyklika.

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Papst Leo XIV. hat vor den Gefahren der künstlichen Intelligenz gewarnt. In seiner ersten Enzyklika fordert er mehr Schutzmaßnahmen für den Umgang mit der Technologie.

In „Magnifica Humanitas: On Safeguarding the Human Person in the Time of Artificial Intelligence“, die am Montag veröffentlicht wurde, schrieb der erste amerikanischstämmige Papst, KI-Technologie müsse dem „Gemeinwohl“ dienen statt dem Profit. Das, während sie „menschlich bleibt“.

„Die von Gott in all ihrer Größe geschaffene Menschheit steht heute vor einer Weggabelung. Entweder sie errichtet einen neuen Turmbau zu Babel oder eine baut eine Stadt, in der Gott und Mensch gemeinsam wohnen“, schrieb der Papst.

KI und Deregulierung

Die Enzyklika erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Administration Schritte zur Deregulierung von KI unternommen hat – ein Kurs, vor dessen gesellschaftlichen Folgen der Papst ausdrücklich warnt.

Papst Leo XIV Robert Prevost

„Künstliche Intelligenz muss jetzt entwaffnet werden, befreit von Logiken, die sie zu einem Instrument der Herrschaft, der Ausgrenzung und des Todes machen“, schrieb er. „Es reicht nicht, Ethik im Abstrakten zu beschwören. Gefragt sind belastbare Rechtsrahmen, unabhängige Aufsicht, mündige Nutzer und ein politisches System, das seine Verantwortung nicht abgibt. Eine moralischere KI genügt nicht, wenn diese Moral von wenigen bestimmt wird.“

Treffen mit Anthropic

Papst Leo XIV. veröffentlichte seine Enzyklika kurz nachdem er Vertreter von Anthropic – einem KI-Unternehmen, das mit der Trump-Administration im Clinch liegt – im Vatikan empfangen hatte.

„Wir brauchen mehr von der Welt – Religiöse Gemeinschaften, die Zivilgesellschaft, Wissenschaftler, Regierungen –, um das zu tun, was Seine Heiligkeit hier getan hat: das ernst zu nehmen, genau hinzuschauen und die Dinge in eine bessere Richtung zu lenken“, sagte Anthropic-Mitgründer Christopher Olah am Montag im Vatikan. „Wir brauchen moralische Stimmen, die sich von Eigeninteressen nicht verbiegen lassen.“

ALBERTO PIZZOLI AFP via Getty Images

Daniel Kreps schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil