Trump vergleicht sich erneut mit Jesus, attackiert Papst Leo XIV.
Trump verdoppelt seinen Einsatz und inszeniert sich als göttlichen Retter – während er seine Angriffe auf Papst Leo XIV. weiter verschärft.
Donald Trump hatte schon immer Probleme damit, Dinge auf sich beruhen zu lassen. Egal wie absurd die Situation – der Präsident kann offenbar nicht widerstehen, die Menschen von seiner Version der Realität zu überzeugen. Kein Wunder also, dass Trump nach dem breiten Aufschrei über seinen gottlosen Selbstvergleich mit Jesus Christus Anfang der Woche erst recht auf seine Heiligkeit besteht.
Trump verbrachte den Dienstagabend damit, die Öffentlichkeit mit einem weiteren Truth-Social-Posting-Marathon zu beglücken – und setzte am Mittwochmorgen noch einen drauf: Er teilte einen Screenshot eines X-Posts mit einem KI-generierten Bild, auf dem Jesus Christus Trump umarmt. Die Bildunterschrift lautete: „Ich war nie ein besonders religiöser Mensch … aber erscheint es nicht so, angesichts all dieser satanischen, dämonischen, Kinder opfernden Monster, die gerade entlarvt werden … dass Gott vielleicht seine Trump-Karte ausspielt.“
In seinem eigenen Kommentar fügte Trump hinzu: „Den Radikalen Linken Irren wird das vielleicht nicht gefallen, aber ich finde es ziemlich schön!!! Präsident DJT“
Trumps Jesus-Inszenierung eskaliert
Trumps Vorliebe, sich als quasi-religiöse Figur zu stilisieren, wird normalerweise als eine weitere Facette seiner MAGA-Personenkult-Theatralik abgehakt. Am Wochenende – mitten in einem Streit mit Papst Leo XIV. – überschritt der Präsident die Grenze zur Blasphemie so eklatant, dass selbst Religionsführer und seine eigenen Anhänger ihn kritisierten: Er hatte ein Bild gepostet, das ihn als christusähnliche Gestalt zeigt, die Kranke heilt. Seine unglaubwürdige Behauptung, er habe gedacht, das Bild zeige ihn als „Arzt“ und habe irgendetwas mit dem „Roten Kreuz“ zu tun – möglicherweise eine Fehldeutung der Erklärung des Weißen Hauses, das Bild sei „bearbeitet“ worden –, war fast genauso absurd wie der Post selbst.
Trump verstärkte am Dienstag außerdem Social-Media-Posts, die auf Leo XIV.s Kritik an ihm aus den Jahren vor seinem Aufstieg ins Papstamt hinwiesen. „Nicht gut“, schrieb Trump in einem Truth-Social-Post. Am Wochenende hatte der Präsident seinen Konflikt mit Leo – der sich lautstark gegen den Krieg im Iran ausgesprochen hat – weiter angeheizt und ihn beschuldigt, „SCHWACH bei der Verbrechensbekämpfung und katastrophal für die Außenpolitik“ zu sein.
„Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan“, schrieb Trump am Sonntag.
Angriffe auf den Papst
Am Dienstag legte er nach. „Kann jemand Papst Leo bitte mitteilen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat und dass eine iranische Atombombe absolut inakzeptabel ist“, schrieb er.
Die iranische Regierung war von der Entwicklung einer Atomwaffe weit entfernt – doch der Präsident klammert sich seit Wochen an jeden Strohhalm, um eine halbwegs plausible Rechtfertigung für das Schlamassel zu finden, das er für das Land im Nahen Osten angerichtet hat. Und wenn es dafür nötig ist, sich mit dem ersten amerikanischen Papst anzulegen, dann eben so.
Am Mittwochmorgen hatte Trump dann in einem Interview mit Fox Business‘ Maria Bartiromo die Chuzpe zu jammern, er bekomme nicht genug Anerkennung. „Ich hatte das großartigste Jahr, das großartigste erste Jahr“, sagte Trump. „Ich habe acht Kriege beendet, ein neunter kommt, aber ich habe acht Kriege beendet – niemand hat jemals auch nur einen einzigen Krieg beendet.“
Trump fordert mehr Anerkennung
„Die beste Wirtschaft aller Zeiten“, fuhr er fort. „Aber selbst wenn man einen großartigen Präsidenten hat, neigen sie dazu, die Zwischenwahlen zu verlieren. Das ergibt für mich keinen Sinn. Wir hatten das großartigste Jahr in der Geschichte der Präsidentschaft, das erste Jahr. Wir sollten Anerkennung bekommen.“
„Aber selbst wenn man einen großartigen Präsidenten hat, neigen sie dazu, die Zwischenwahlen zu verlieren. Das ergibt für mich keinen Sinn. Also werden wir versuchen, das zu wenden“, fügte Trump hinzu.
Wenn die Republikaner die Midterms noch „wenden“ wollen, sollten sie vielleicht damit anfangen, ihren Anführer davon zu überzeugen, aufzuhören, religiöse Figuren anzugreifen – während er sich selbst als göttlichen Heilsbringer inszeniert.