Black Crowes streiten mit Florida-Publikum über „U.S.A.“-Chant: „Wir sind nicht beschissen ignorant“

Frontmann Chris Robinson erntete Buhrufe – aber auch Jubel –, nachdem er den Patrioten-Chant mit den Worten konterte: „Ich weiß nicht, worauf ihr gerade so stolz sein könnt.“

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Die Black Crowes gerieten mit einem Teil ihres Publikums aneinander: Fans fingen an zu buhen, nachdem Frontmann Chris Robinson ihre „U.S.A.“-Chants bei einem Konzert am 31. Mai in Tampa, Florida, abblitzen ließ.

Berichten zufolge ereignete sich der Zwischenfall gegen Ende des Sets, nachdem die Band ihr Maskottchen auf der Leinwand zeigte – verkleidet als Uncle Sam. Da es sich um Florida handelt, nahm ein Teil des Publikums das offenbar als Signal, in einen patriotischen Sprechchor auszubrechen.

Zur Ehrenrettung der Fans sei gesagt: Die Black Crowes waren nie eine ausgesprochen politische Band – das hier ist also nicht mit einem „U.S.A.“-Chant bei einem Rage-Against-the-Machine-Konzert zu vergleichen. Dennoch sah Robinson sich veranlasst, seine Meinung kundzutun. Laut TMZ konterte er die Chants zunächst mit: „Danke für die Geografiestunde“ – und legte nach: „Ich weiß nicht, worauf ihr gerade so stolz sein könnt.“

Buhrufe und Jubel

Keiner dieser Sprüche ist in den online kursierenden Videos zu hören, doch mehrere von Fans gefilmte Clips fangen den Mix aus Buhrufen und Jubel ein, der daraufhin aufbrandete. Sie zeigen auch das Ende des Schlagabtauschs, bei dem Robinson erklärte: „Für alle, die uns gerade anbuhen: Manche von uns haben keine Angst. Und wir sind ganz sicher nicht beschissen ignorant!“

Während ein Teil des Publikums den Saal verließ, spielten die Crowes ihr Set zu Ende und stiegen in ihren Hit von 1991, „She Talks to Angels“, ein. Ein Sprecher der Black Crowes antwortete auf die Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.

Robinson sonst eher unpolitisch

Robinsons Konter war für den Black-Crowes-Frontmann tatsächlich ungewöhnlich: Er hat in den vergangenen zehn Jahren gelegentlich einen Seitenhieb auf Donald Trump fallen lassen, hält seine politischen Ansichten ansonsten aber für sich. In einem aktuellen Interview mit „Mojo“ sagte er: „Politik interessiert mich nicht. Mich interessieren Poesie, Kunst, Menschen und Erfahrungen.“

„Aber“, fuhr er fort, „ich weiß, was richtig und falsch ist. Die Welt taumelt mit all diesem Schwachsinn am Abgrund, aber wenn da draußen ein Straßenkämpfer ist, dann muss er ein junger Mann sein, oder? Doch diese Kids scheinen keinen Scheiß zu geben. Ich versteh’s irgendwie, ihr Telefon ist ihr Ein und Alles. Ich geh aber immer noch in Buchläden und lese Bücher, und alle Texte auf diesem Album wurden mit dem Stift geschrieben. Ich bin ein Produkt der Mitte des 20. Jahrhunderts.“

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil