Sean Penn schwänzte die Oscars für seine „psychische Gesundheit“

Sean Penn gewann bei den diesjährigen Oscars als Bester Nebendarsteller, war aber nicht vor Ort, um die Trophäe entgegenzunehmen.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Drei Monate nachdem Sean Penn bei den diesjährigen Oscars auffällig gefehlt hatte – obwohl er für seine Rolle als Militärcolonel Steven J. Lockjaw in „One Battle After Another“ als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde –, hat der Schauspieler erklärt, warum er der Verleihung fernblieb.

Beim Tribeca Festival in New York sprach Penn am Freitag mit CNN-Anchor Kaitlan Collins und verriet, dass er seinen Ukrainebesuch bewusst so geplant hatte, dass er mit der Oscarverleihung zusammenfiel.

Laut „USA Today“ sagte er, die Zeremonie habe ihn „immer soziales Unbehagen bereitet“, und er gehe „nirgendwo hin, um mit einer festgelegten Gruppe von mehr als acht Personen zusammen zu sein.“ Er führte aus: „Wenn du zwei Stunden für deinen Abend einplanst, bleiben dir 15 Minuten pro Person“ – und eine größere Runde sei schlicht „angst- und schreckenserregend“.

Ukraine statt Oscar-Bühne

Tage nach Penns Abwesenheit bei der Verleihung wurde bekannt, dass er nach Europa gereist war, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen. Der Schauspieler, der seit Russlands Einmarsch 2022 viel Zeit in der Ukraine verbracht hat, wurde zudem von der staatlichen Bahngesellschaft Ukrzaliznytsia geehrt. Das Unternehmen schrieb damals in einem Post auf X, es wisse, dass Penn die Academy Awards verpasst habe – und habe ihm deshalb „einen eigenen“ überreicht: einen Oscar aus dem „Metall eines durch russischen Beschuss beschädigten Eisenbahnwaggons“. Die Bahn bezeichnete die Geste als „Symbol der Widerstandskraft“.

Sean Penn
Sean Penn

Penn, der zuvor bereits zweimal den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewonnen hatte – für „Mystic River“ 2003 und „Milk“ 2009 –, sagte, bei Preisverleihungen sei das Beste, was er je empfinden konnte, Erleichterung gewesen, weil die Menschen hinter diesen Filmen ihn unterstützten. Er erklärte: „Weil ich wusste, dass ich das nicht mehr machen würde, bin ich dieses Jahr noch einmal hingegangen. Ich war bei den Golden Globes – noch nie zuvor. Und genau dort habe ich entschieden: ‚Das kann ich nicht.’“

Er betonte außerdem, dass seine „One Battle After Another“-Kollegen und Warner Bros. im Voraus gewusst hätten, dass er nicht erscheinen werde, und dass „alle Verständnis hatten. Sie kennen mich, und sie fanden, es sei besser für meine psychische Gesundheit.“

Selfies? Absolutes No-Go

An anderer Stelle im Gespräch sprach Penn über seine Abneigung gegen Selfies. „Zu dem ganzen Smalltalk und Händeschütteln kommen dann noch ‚all die Selfies’“, sagte er über die Awards Season. „Menschen sollten mit niemandem jemals Selfies machen. Das schadet euch. … Die Holocaust-Oma und ihr sechsjähriger querschnittsgelähmter [Enkel], der ranrollt? Hartes Nein.“

Penn, der die Oscars aus der Ukraine heraus verfolgte, sagte: „Da ich die Auszeichnung nur ein paarmal zuvor mit bloßer Erleichterung aufgenommen hatte, durfte ich die Verleihung diesmal aufgeregt verfolgen.“ Er ergänzte: „Ich konnte die Academy Awards zum ersten Mal wirklich genießen. Es war großartig.“


Warum denkt Campino, dass es manchmal gut ist, einfach mal den Mund zu halten? Weshalb fühlt er sich manchmal wie ein Getränkelieferant? Antwort liefert er in unserer Titelgeschichte zum großen Abschied der Toten Hosen, exklusiv in der Ausgabe 06/26. Und nicht nur das: Dem Heft liegt weltexklusiv die 7-Inch-Single „Immer nur geliebt“ bei – an der auch Sven Regener von Element of Crime mitgewirkt hat. Die ROLLING-STONE-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.

Sonia Recchia Getty Images for World Class Can

Charisma Madarang schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil