Bad Bunny brauchte die USA nicht, um Tournee-Rekorde zu brechen
Die „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee ist die umsatzstärkste und meistbesuchte Tour der Geschichte ohne US-Auftritte – und katapultiert Bad Bunny über die Milliarden-Dollar-Marke.
Der überwältigende Erfolg von Bad Bunnys „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee hat ihm gleich mehrere Rekorde eingebracht – das zeigen aktuelle Daten des Billboard Boxscore, der seit vier Jahrzehnten Tourneedaten auswertet.
Am bedeutsamsten ist, dass die Tour, die Stadionshows in Südamerika, Australien, Asien und Europa umfasste, seinen kumulierten Tournee-Gesamtumsatz über die Milliarden-Dollar-Marke gehoben hat. Damit ist er nicht nur der erste Latin-Künstler, dem dieses Kunststück gelingt, sondern überhaupt der erste Künstler, der nicht auf Englisch performt. Weniger als 25 Acts haben diese Marke je erreicht. Darüber hinaus ist die Tour, ganz ohne US-Stopps, die umsatzstärkste und meistbesuchte in der Geschichte, die die Vereinigten Staaten bewusst ausgelassen hat.
Die „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee ist zugleich Bad Bunnys bislang größte Tour überhaupt. Bisher hat sie 360 Millionen Dollar eingespielt und 2,4 Millionen Tickets verkauft – darunter eine zehnteilige Residency in Madrid. Damit übertrifft sie seinen 2022er-Ausflug, die World’s Hottest Tour, die ihm 314,4 Millionen Dollar und 1,9 Millionen verkaufte Tickets einbrachte.
Rekord ohne Amerika
Zum Vergleich: Laut Billboard hat Bad Bunny damit fast doppelt so viel eingenommen wie Take That, die 2011 eine Tour ohne US-Datum auf die Beine stellten und dabei 185,2 Millionen Dollar verdienten. Auch die Rolling Stones, deren 2014er-Tour durch Asien, Europa und Ozeanien 165,2 Millionen Dollar einspielte, lässt er damit weit hinter sich.
Bad Bunny hatte bereits früher Geschichte geschrieben: Sein 2020er-Album „El Ultimo Tour Del Mundo“ war das erste rein spanischsprachige Album, das die Billboard-Charts anführte.
Im vergangenen September erklärte Bad Bunny, warum er bei der „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee einen Bogen um die USA gemacht hat: Er sei besorgt über die Rhetorik der Trump-Regierung und die Abschiebungsaktionen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Latinos gewesen. Damals spielte er eine Residency in Puerto Rico. „Ich habe es immer genossen, mich mit Latinos zu verbinden, die in den USA leben. Aber speziell für eine Residency hier in Puerto Rico – da wir ein inkorporiertes Territorium der USA sind – könnten Leute aus den Staaten ja herkommen, um die Show zu sehen“, sagte er. „Latinos und Puerto-Ricaner aus den USA könnten ebenfalls hierher reisen oder an jeden anderen Ort der Welt. … Aber da war eben die Sache – verdammt nochmal, die ICE könnte vor meinem Konzert stehen. Das haben wir besprochen und uns ernsthaft Sorgen gemacht.“
Super Bowl als Ausnahme
Einen US-Auftritt hat er dann doch nicht abgelehnt: die Super-Bowl-Halftime-Show. Rund 137,8 Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel im Februar in Santa Clara, Kalifornien – und über alle Plattformen zusammen sahen es mehr als 4 Millionen Menschen.