Blake Livelys Anwälte schicken Justin Baldoni eine Rechnung über 8 Millionen Dollar
Ein Richter hatte entschieden, dass Baldoni nach dem gegenseitigen Vergleich im „It Ends With Us“-Rechtsstreit die Anwaltskosten der Schauspielerin tragen muss – jetzt liegt die Summe auf dem Tisch.
Anfang dieses Monats entschied ein Richter, dass Justin Baldoni die Anwaltskosten von Blake Lively übernehmen muss, nachdem die beiden Stars aus „It Ends With Us“ ihre gegenseitigen Klagen fallen gelassen hatten. Jetzt kommt die Rechnung. Aus einem Gerichtsschriftsatz, der ROLLING STONE vorliegt, geht hervor, dass Lively gut 8 Millionen Dollar beansprucht. Konkret fordert sie von Baldoni „angemessene“ Anwaltshonorare in Höhe von 7.495.526,87 Dollar sowie zusätzliche Kosten von 539.514,01 Dollar.
Dass Anwälte teuer sind, belegen die Tabellen, Fußnoten, Anhänge und Appendizes des Schriftsatzes eindrücklich – und ja, weil es eben Anwälte sind, haben sie auch die Zeit in Rechnung gestellt, die sie für die Erstellung des Dokuments selbst aufgewendet haben. Baldoni kommt dabei offenbar noch glimpflich davon: Dem Schriftsatz zufolge spiegeln „alle gegenüber Lively abgerechneten Stunden Rabatte von 10 und 15 Prozent gegenüber den Standardsätzen“ ihrer Anwaltskanzleien Willkie, Farr & Gallagher sowie Manatt, Phelps & Phillips wider. Die eigentlichen Gewinner dieses Rechtsstreits scheinen damit die Juristen zu sein.
Michael J. Gottlieb, Partner bei Willkie Farr & Gallagher LLP, legte in einer eidesstattlichen Erklärung dar, dass sein Standardstundensatz im vierten Quartal 2025 bei 2.795 Dollar lag – Lively gegenüber machte er jedoch einen Abschlag und berechnete nur 2.187 Dollar pro Stunde. Die 224 Arbeitsstunden, die er für sie leistete, schlagen demnach mit 457.000 Dollar zu Buche. Gottliebs Erklärung listet Anwalt für Anwalt mit den jeweiligen Stundensätzen auf; eine abschließende Tabelle zeigt, dass der Medianwert über alle Beteiligten hinweg bei 1.450 Dollar pro Stunde liegt.
Rechnung für die Rechnung
Eine Mitarbeiterin von Willkie Farr & Gallagher LLP stellte auch die Zeit in Rechnung, die sie für die Berechnung all dieser Zahlen benötigte: 4,3 Stunden am 31. Mai, was 2.941,20 Dollar entspricht – im Grunde eine Rechnung für die Rechnung.
In dem Schriftsatz erläutern Livelys Anwälte, warum sie so akribisch vorgehen. „Noch bevor dieser Rechtsstreit begann, drohte Steve Sarowitz – der milliardenschwere Financier von Wayfarer Studios und Justin Baldoni –, er würde sein immenses Privatvermögen einsetzen, um Lively und ihren Mann zu vernichten, falls Blake Lively jemals ‚die Grenze überschreite‘. Er verglich seinen Plan mit einem heiligen Krieg“, heißt es in der Einleitung. Nachdem Lively Klage wegen sexueller Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen gegen Baldoni eingereicht hatte, verklagte dieser sie auf 400 Millionen Dollar und warf ihr Verleumdung vor.
„Die Wayfarer-Partei setzte eine Strategie der verbrannten Erde ein, die darauf ausgelegt war, Livelys Ressourcen zu erschöpfen“, behaupten ihre Anwälte und fügen hinzu: „Sie hätten den Streit jederzeit beilegen können – und hätten Lively die Kosten erstatten können. Da sie das abgelehnt haben, sollten sie angewiesen werden, Lively alle Kosten, Anwaltshonorare und Auslagen zu erstatten, zu denen sie sie zu Unrecht gezwungen haben.“ Ein Sprecher Baldonis reagierte auf eine Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.
Vergleich nach monatelangem Streit
Lively hatte Baldoni im Dezember 2024 beschuldigt, sie am Set von „It Ends With Us“ belästigt und anschließend eine Schmutzkampagne gegen sie in die Wege geleitet zu haben. Er versuchte sogar, Taylor Swift in seine Gegenklage hineinzuziehen, doch der Versuch seines Teams, die Popsängerin zu vernehmen, scheiterte. Im Mai gaben Lively und Baldoni bekannt, den Rechtsstreit beigelegt zu haben.
„Wir erkennen an, dass der Prozess Herausforderungen mit sich brachte, und wissen, dass die von Ms. Lively geäußerten Bedenken Gehör verdient hätten“, erklärten Lively und Baldoni in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Wir sind fest entschlossen, für Arbeitsumgebungen einzutreten, die frei von Übergriffen und destruktiven Verhältnissen sind. Es ist unser aufrichtiger Wunsch, dass dies allen Beteiligten einen Abschluss ermöglicht und ihnen erlaubt, konstruktiv und in Frieden voranzugehen – einschließlich eines respektvollen Umgangs im Netz.“
US-Bundesrichter Lewis Liman hatte Anfang Juni entschieden, dass Baldoni für die Anwaltskosten aufkommen muss.