Der Guide zu „Lost Weekend“: Alles, was wir über Phoebe Bridgers‘ neues Album wissen

Von John-Lennon-Lore bis mysteriösen Puzzleteilen – Phoebe Bridgers' „Lost Weekend“ gibt einiges zu entschlüsseln.

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Etwas verloren? Kein Problem – hier ist der offizielle Guide zu Phoebe Bridgers‚ „Lost Weekend“, ihrem ersten Soloalbum seit sechs Jahren. Die Singer-Songwriterin kündigte das lang ersehnte Nachfolgewerk zu „Punisher“ aus dem Jahr 2020 letzten Monat an, kurz nach einer Reihe intimer Pop-up-Shows quer durchs Land.

Den Auftakt machte sie am 8. Mai in einem Club in Roswell, New Mexico; den Abschluss bildete am 4. Juni ein restlos ausverkauftes Konzert in New Yorks Madison Square Garden. Wie auch ihre bevorstehende Herbsttournee waren sämtliche Shows handyfreie Zonen – was ihre Rückkehr noch magischer machte, ganz ähnlich wie das mittelalterlich anmutende Video zur fantastischen neuen Single „Lost Boys“.

„Lost Weekend“ erscheint am 14. August, drei Tage vor dem 32. Geburtstag der Singer-Songwriterin. Aber wir feiern schon früher: Hier ist alles, was wir bislang über das Album wissen.

Ihr längstes Album bisher

Laut dem Vorbestell-Link auf Bridgers‘ Website umfasst „Lost Weekend“ 16 Tracks – damit ist es ihr umfangreichstes Werk überhaupt, länger als ihre beiden vorangegangenen Soloalben und ihre Veröffentlichungen mit boygenius und Better Oblivion Community Center. Und ähnlich wie Olivia Rodrigo mit dem jüngsten „You Seem Pretty Sad For a Girl So in Love“ ihre Vier-Buchstaben-Albumtitel-Serie durchbrach, wechselt auch Bridgers das Schema: „Stranger in the Alps“ und „Punisher“ hatten jeweils exakt 11 Songs – „Lost Weekend“ ist ihr erstes Album, das davon abweicht.

Neue Kollaborateure, darunter Jack Antonoff

„Lost Boys“ wurde von Bridgers gemeinsam mit ihren langjährigen Mitstreitern Tony Berg und Ethan Gruska ko-produziert; ihre gewohnte Crew – Christian Lee Hutson, Harrison Whitford, Marshall Vore und andere – spielt eine Vielzahl von Instrumenten. Auch Bright-Eyes-Mitglieder Mike Mogis und Nate Walcott sind dabei: Mogis übernahm den Mix, Walcott steuerte Trompete bei.

Die Single bringt aber auch jede Menge neue Gesichter mit: Jack Antonoff war an der Produktion beteiligt und ist für Schlagzeug und Drum-Programming, E-Gitarre, Synthesizer sowie den Vocoder am Anfang des Tracks gelistet. Comedian Bo Burnham ist als Ko-Autor vermerkt, ebenso Alex G, der Sänger und Songwriter aus Philadelphia, der außerdem „Schlagzeug und Voice-Memo“ beisteuerte. Man darf hoffen, dass diese neuen Kollaborateure auch auf weiteren „Lost Weekend“-Tracks auftauchen.

Die Bandkolleginnen sind wieder dabei

Bridgers‘ boygenius-Bandkolleginnen Julien Baker und Lucy Dacus sind auf „Lost Boys“ als Background-Sängerinnen zu hören – und setzen damit die Tradition der Supergroup fort, auf den jeweiligen Soloalben der anderen aufzutreten. „Wir sind besessen voneinander“, sagte Bridgers im boygenius-Coverstory-Interview mit dem ROLLING STONE. „In ihrer Nähe mag ich mich selbst besser.“

Das Tourplakat von Gregory Crewdson

Feinfotograf Gregory Crewdson – bekannt für seine unheimlichen Vorstadtaufnahmen, die in etwa so viel Personal erfordern wie ein Filmset – macht nur selten Auftragsarbeiten, machte aber eine Ausnahme und fotografierte Bridgers‘ Tourplakat für ihre erste offizielle Soloserie seit 2023. In einem exklusiven Interview mit dem ROLLING STONE erklärte Crewdson, warum er den Job annahm: Er sehe eine Verwandtschaft zwischen seiner Ästhetik und der von Bridgers. „Da gab es eine Verbindung – ein gemeinsames Gespür für Geheimnis und Einsamkeit, und den Wunsch, Landschaft in etwas Bedeutsames zu verwandeln“, sagte er. „Es ist ein Zusammentreffen von Phoebes Welt und meiner Welt.“

Was hat es mit den Puzzleteilen auf sich?

Bei Bridgers‘ Pop-up-Shows früher in diesem Sommer fanden Fans immer wieder Puzzleteile in den Yondr-Beuteln, in denen ihre Handys verwahrt wurden, und begannen, sie im Netz zusammenzusetzen. Zunächst kursierten Gerüchte, die Teile würden das Albumcover ergeben – doch das erwies sich als falsch, als Bridgers „Lost Weekend“ offiziell ankündigte und das glitchige Cover veröffentlichte (fotografiert von Olof Grind, der bereits „Punisher“ ins Bild gesetzt hatte). Allerdings vermerken die Vorbestelllinks für die Vinylausgaben, dass jede Kopie des Doppel-LP-Sets ein „20-seitiges Farb-Lyriktextbooklet“ enthalten wird, ähnlich dem aus „Punisher“, das Illustrationen von Chris Riddell enthielt. Wenn wir Glück haben, landet das Artwork der Puzzleteile im „Lost Weekend“-Lyriktextbooklet.

Das Weltraum-Thema kehrt zurück

Bridgers hegt eine lebenslange Leidenschaft für Aliens und den Weltraum. Man höre nur die „Punisher“-Tracks „Moon Song“ oder „Chinese Satellite“, oder erinnere sich an ihre charakteristischen Raketen-Bettlaken, die sie irgendwann zusammennähte, um ihr Kingsize-Bett damit zu beziehen. Die Standorte ihrer Pop-up-Shows wirkten zunächst willkürlich – bis Internetdetektive herausfanden, dass sie gezielt Städte mit außerirdischer Geschichte ausgewählt hatte. Dazu waren bei jedem Konzert Weltraum-Poster auf der Bühne zu sehen.

Das Weltraum-Motiv zieht sich auch durch das gesamte „Lost Weekend“-Merchandise: von einem neuen T-Shirt mit möglichen Liedzeilen („Now I can’t see any stars in the sky / When a dream comes true, a fantasy dies“) bis hin zu den zahlreichen Vinylvarianten des Albums, die alle astronomisch codiert sind – „Enceladus Geysers“, „Neptune Winds“ und so weiter. Während Merkur rückläufig ist, hat Bridgers die Antwort parat.

Eine Anspielung auf John Lennon?

Woher der Titel „Lost Weekend“ stammt, lässt sich nur mutmaßen – möglicherweise bezieht er sich auf John Lennons berüchtigte „Lost Weekend“-Phase, also die ausschweifenden 18 Monate, in denen der Ex-Beatle ab 1973 von seiner Frau Yoko Ono getrennt lebte. Bridgers sang über Lennon in „Moon Song“ und sprach damals auch mit dem ROLLING STONE über ihn. „Mit Abstand bester Beatle“, sagte sie. „Er war für so viele meiner Helden eine Ikone – für Elliott Smith, für Daniel Johnston.“

Angie Martoccio schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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