My Chemical Romance bringen das Wembley Stadium mit „The Black Parade“ auf die Knie

Fast 20 Jahre nach dem Album beweisen My Chemical Romance: Das hier ist kein bloßer Nostalgie-Trip.

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Am Eröffnungsabend ihrer ausverkauften Drei-Nächte-Residency im Wembley Stadium lieferten Gerard Way und seine fröhliche Schar von Gespenstern ein theatralisches Rockspektakel ab, das die Grenzen zwischen musikalischer Performance, politischer Satire und einer ausgewachsenen Bühnenproduktion verwischte.

Mit Opernsängern und reichlich Pyrotechnik hatte die Band das Publikum längst in der Hand, bevor auch nur die berühmte G-Note von „Welcome to the Black Parade“ erklang. My Chemical Romances treue Fangemeinde ist Extremes gewohnt – und markierte den Anlass entsprechend: Militärjacken und schwarzer Eyeliner, verteilt über eine 75.000-köpfige Menge.

Zwei Stunden lang wurde Wembley zum fiktiven autoritären Staat Draag, einer theatralischen Kulisse für einen vollständigen Durchlauf des Bandepos von 2006. Vom Eröffnungsdoppel „The End.“ und „Dead!“ an trotzten sie der eyeliner-feindlichen Londoner Hitzewelle und rissen ihre Fans mit.

Draag regiert Wembley

Flankiert von mächtigen Propaganda-Visuals und dramatisierten Reden präsentierte die Show ein neu interpretiertes Kapitel der Originalgeschichte von 2006 – Way hinter einem großen schwarzen Podium, den Massen zugewandt wie ein Revolutionsführer, der seine Anhänger anspricht.

Einer der einprägsamsten Momente des Abends war das Publikumsinteraktions-Segment, bei dem die Menge über das Schicksal von vier „Losern“ abstimmte – mit „Yea“- und „Nay“-Schildern, die beim Einlass verteilt worden waren. Die Schein-Hinrichtung war durchaus verstörend (Yea gewann haushoch), aber eine My-Chemical-Romance-Show ohne eine Dosis morbider Neugier wäre keine.

Musikalisch hat „The Black Parade“ nie bedrohlicher geklungen. „This Is How I Disappear“ und „The Sharpest Lives“ schnitten sich wie ein nagelneu geschliffenes Messer durch die Menge, mit einer frischen Dringlichkeit, die das Material noch einmal schärfte. „Cancer“ schenkte einen seltenen Moment der Stille – viele Fans wurden bei den Lyrics sichtlich emotional – bevor das Unwetter namens „Mama“ das Stadion in Chaos verwandelte. Außerdem spielte die Band erstmals seit 2003 wieder Morrisseys „Jack the Ripper“, sehr zur Freude des Publikums.

Emotionale Erschöpfung, totale Euphorie

Fanliebling „Famous Last Words“ beschloss den Abend auf dramatische Weise: Die Konzertbesucher lagen sich in den Armen, beglückt und emotional ausgelaugt nach einer wirklich besonderen Feier eines wegweisenden Albums.

Es war eine lange Reise. Von Emo-Kultfavoriten vor 20 Jahren bis zum ausverkauften Wembley Stadium – diese Show zelebrierte My Chemical Romances bedeutenden Platz im modernen Rock und seiner Geschichte. Lang lebe die Black Parade.

Diese Rezension erschien ursprünglich bei ROLLING STONE UK

Katerina Muszanskyj schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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