Funk Sugar Sax Magic

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Der Mann hat Stil: Protokollarische Pflichten, gelangweiltes Händeschütteln etwa, sind ihm ein Greuel. Stattdessen gibt’s Funk! Eine Sugar-süße Solo-Improvisation auf dem Sax! Magic! Seine freundlich rollenden Augen taxieren dabei den Interviewer, lächeln ein unverschämt-neckisches „Noch Fragen?“ Doch, doch. Zunächst eine unverschämt-peinliche: Wer ist der womöglich bekannteste Saxophonist unserer Tage? Kopf-hin-undher-Wiegen: „Kenny G?“, kommt es nach längerem Zögern. Bill Clinton vielleicht? Kehliges, erlösendes Lachen – Maceo Parker hat ein großes Herz: „Das wenige, was ich von ihm kenne, mag ich, wirklich. Sehr jazzig. Wäre nett, mal zusammen zu jammen.“ Tröstlich für den US-Präsidenten.

Parlamentarier war Maceo Parker auch mal: von 1976 bis 1980, sechs Alben lang. Als großer Vorsitzender fungierte ein Namensvetter des heutigen US-Präsidenten. Eine Legende, die sich über mangelnde Popularität nicht beklagen kann: Mit Parliament erlangte George Clinton im FunkGenre Fraktions-Status. „P-Funk“ – als musikalischer Begriff längst mehrheitsfähig.

„Maceo! I wanna hear you blow!“ Mit diesem berühmten Schlachtruf trieb James Brown seinen Jünger Maceo zu Höchstleistungen am Alt-Saxophon. 1962 hatte Parker kurz bei Marvin Gaye ausgeholfen. Zwei Jahre später wurde Parker, mit gerade 21 Jahren im Brown-Clan der Vorturner am Saxophon. Fast drei biblische Jahrzehnte hat es gedauert, bis Parker sich gegenüber der ewigen Vaterfigur emanzipieren konnte: Spätestens mit „Roots Revisited“ (1990) wuchs Maceo Parker, unterstützt von seinen alten Freunden Fred Wesley und Pee Wee Ellis endlich selbst zur Institution.

Die „Maceo Parker appears courtesy of-Liste liest sich weniger bescheiden: Curtis Mayfield, Ray Charles, Keith Richards, Brian Ferry, Rod Stewart, 10.000 Maniacs, Deee-Lite, Living Colour, Bobby Byrd, Prince und – natürlich – Red Hot Chili Peppers. Diese bemerkenswerte Karriere erzählt der Konzert-Film „My First Name Is Maceo“. Ein Großteil der Live-Mitschnitte wurde im April 1994 in der Hamburger Fabrik aufgenommen – im 16-Spur-Verfahren und THX-Sound. Dazwischen Interviews und Impressionen, zurück zur Kindheit in Kinston, North Carolina. Einen sehenswerten Musikfilm nennt man das wohl. James Brown zehrte von Parkers Virtuosität und Explosivität – und zog ihn finanziell über den Tisch wie andere Brown-Musiker auch. Doch auf den Meister läßt Parker nichts kommen: „Es war mein Job, ihn zu unterstützen. Ich habe mich wohl gefühlt bei ihm und viel gelernt. Er war meine Universität. Ich habe irgendwann meinen Abschluß gemacht – und dann bin ich meinen eigenen Weg gegangen. Meine Zeit mit Clinton und Collins war genauso wichtig.“ Heute bemüht Parker ein geflügeltes Wort für seine Musik: „Wir spielen zwei Prozent Jazz und 98 Prozent Funk.“ Nichts gegen Jazz, aber: „Das Publikum ähnelt dem der Klassik: sehr vornehm, anspruchsvoll und leider etwas statisch. Funk ist völlig anders. Funk ist ,Yeah! Allright! Babababaaaah!“

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