Pearl Jam: Tribut für neun Fans, die 2000 beim Roskilde Festival ums Leben kamen


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Vor zwanzig Jahren (30. Juni) starben während eines Pearl-Jam-Auftritts beim Roskilde-Festival neun Fans durch Gedränge im Publikum. In Gedenken an den Vorfall hat die Band nun ein Statement veröffentlicht, in welchem sie erklären, dass seit dem Ereignis „nichts mehr so war wie vorher.“

Im Namen der gesamten Band postete Gitarristen Stone Gossard einen Beitrag, der den Fans gedenkt.

Ein Moment, der alles veränderte

Der Tag der Tragödie habe sich zunächst wie ein „ein normaler Festival-Showtag“ angefühlt. Doch was dann folgte war „ein unerwarteter Moment … der alle Beteiligten für immer veränderte.“ Acht Männer im Alter von 17-26 Jahren erstickten im Gedränge vor der Bühne, ein neunter Mann erlag fünf Tage später im Krankenhaus den Folgen des Gedränges.

„Die neun jungen Männer, die zertrampelt wurden. Das Leben ihrer Familien und ihrer Lieben, die es ertragen mussten, sich ihren Tod immer und immer wieder vorzustellen und die Realität, sie nie wieder zu sehen. Jede Person auf dem Festival, die Zeuge dessen war, was passierte, und versuchte, etwas zu tun, vielleicht jemanden hochzuziehen oder nicht in der Lage zu sein…“

Und dann waren da noch „diejenigen, die, wie unsere Band, nie bemerkten, dass überhaupt etwas los war, bis es zu spät war… Wir alle warteten ewig darauf, dass die Nachrichten anders waren.“

Das Statement fährt fort zu erklären, dass das Verständnis „des Verlusts, den die Eltern dieser Jungen empfinden“, immer größer wurde, seitdem die Bandmitglieder selbst Kinder haben. „Es ist unvorstellbar, und doch ist es da. Unser schlimmster Alptraum. Jeden Tag schmerzen unsere Herzen weiter“, so Pearl Jam.

Die Band meint, sie gestehe sich ein, selbst nicht genug getan zu haben: „Alle haben in den Stunden vor und in den Tagen nach der Tragödie nicht das getan, was nötig gewesen wäre. Das Festival, die Medien, wir eingeschlossen. Wir zogen uns zurück und wurden wütend, nachdem viele Berichte angedeutet hatten, dass PJ verantwortlich war. Unsere Worte halfen an diesem Punkt nicht weiter. Wir versteckten uns und hofften, dass es nicht unsere Schuld war. Seitdem haben wir unser Bestes versucht, uns zu verstecken.“



Pearl Jam über George-Floyd-Proteste: „Es ist unser aller Verantwortung zuzuhören und zu lernen“

Wie auch viele andere Künstler haben Pearl Jam ihre Plattform genutzt, um auf den Tod von George Floyd und Rassismus aufmerksam zu machen. Die Band betonte, dass auch sie „es besser machen“ müsste im Kampf gegen Ungerechtigkeit. Vergangene Woche starb in Minneapolis der Schwarze George Floyd durch Polizeigewalt, als der Polizist Derek Chauvin für acht Minuten sein Knie in Floyds Nacken drückte. Die Reaktionen darauf spiegeln sich in unzähligen Protesten weltweit wider. Zuhören und lernen „Pearl Jam begann mit der Liebe zur Musik und zu sozialer Gerechtigkeit“, schreiben die Rocker in ihrem Statement. „Unsere Gemeinschaft hat reflektiert, wo es in…
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