Alex Ligertwood, Sänger von Santana und Jeff Beck, mit 79 Jahren gestorben
Der schottische Musiker sang und schrieb 15 Jahre lang für Santana – in den Achtzigern und frühen Neunzigern.
Alex Ligertwood, der schottische Musiker, der vor allem als langjähriger Sänger von Santana bekannt war, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Ligertwoods Ehefrau und Agentin Shawn Brogan bestätigte seinen Tod in einem Statement, das sie am Wochenende in den sozialen Medien veröffentlichte. Demnach starb Ligertwood „friedlich im Schlaf, an seiner Seite sein Hündchen Bobo“, in seinem Haus in Santa Monica. Eine Todesursache wurde nicht genannt.
„Alex wurde von so vielen geliebt. Wer ihn kannte, liebte ihn“, schrieb Brogan. „Er hat so viele Menschen mit seiner außergewöhnlichen Stimme berührt. Er war durch und durch Herz und Seele. Das Liebste in seinem Leben war es, Musik zu machen, zu singen und sein Talent mit uns zu teilen. Seinen letzten Auftritt hatte er erst vor zwei Wochen. Dafür bin ich dankbar. Er hat es auf seine Art gemacht, zu seinen Bedingungen, bis zum Schluss. Ich werde dich immer lieben, mein lieber Alex. Ruh in Frieden. Flieg und sing mit den Engeln, mein Schatz.“
Vertreter von Carlos Santana reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage für eine Stellungnahme.
Ligertwood stieß 1979 zu Santana und arbeitete bis 1994 mit dem legendären Gitarristen und seiner Band zusammen. Auch wenn Santana zu diesem Zeitpunkt ihren kommerziellen Höhepunkt wohl bereits überschritten hatten, umfasste Ligertwoods Zeit mit der Band dennoch mehrere bescheidene Charterfolge, zahlreiche Tourneen und legendäre Auftritte wie den Live Aid 1985. Er sang auf Tracks wie „You Know That I Love You“, „Winning“, „Hold On“ und „Say It Again“ und war Co-Autor von Songs wie „Somewhere in Heaven“, „Brightest Star“ und „Make Somebody Happy“.
Santana über Ligertwood
In seinen Memoiren beschrieb Santana, wie er Ligertwood Mitte der Siebziger zum ersten Mal mit David Sancious‘ Band singen sah. Er schrieb, Ligertwood habe „eine tolle R&B-Stimme gehabt, auch wenn man ihn kaum verstehen konnte, wenn er mit einem sprach“ – wegen seines starken schottischen Akzents.
„Alex hat sich sofort eingefügt“, schrieb Santana über die Zeit nach Ligertwoods Einstieg in die Band. „Er wurde zur Stimme von Santana auf vielen unserer Alben und auf den meisten unserer Tourneen in den Achtzigern und bis in die Neunziger hinein. Er kann dich Gott spüren lassen, wenn er singt – so wie damals, als er ‚Somewhere in Heaven‘ auf dem „Milagro“-Album von ’92 sang. Man glaubt ihm.“
1946 in Glasgow geboren, wuchs Ligertwood damit auf, in Chören zu singen und zu Hause Klavier zu spielen. Irgendwann griff er zur Gitarre und spielte in den Fünfzigern in Skiffle-Bands in Glasgow. Einen seiner ersten großen Auftritte hatte er, als er als Sänger der Senate verpflichtet wurde – einer schottischen Soul-Coverband, die in den späten Sechzigern durch Europa tourte.
Ein Leben als Musikerfahrer
Die Siebziger verbrachte Ligertwood als eine Art Rock-&-Roll-Wandermusiker. Er sang mit der Jeff-Beck-Group, außerdem mit Brian Augers Oblivion Express und der Average White Band. Gelegentlich arbeitete er auch als Session-Sänger und tauchte auf Alben von Carly Simon, Ben E. King und Solomon Burke auf.
Nach seiner Zeit bei Santana tourte und nahm Ligertwood weiterhin mit verschiedenen Künstlern auf. Er schloss sich erneut Auger und Oblivion Express an und veröffentlichte 2019 ein Soloalbum: „Outside the Box“.