Artist’s Choice: Dan Auerbach von den Black Keys über The Growlers

Von allen neuen Bands höre ich zurzeit am liebsten The Growlers aus Costa Mesa, Kalifornien, sowie Chicano Batman aus L.A. und den Rapper Danny Brown aus Detroit. Aber am interessantesten sind die Growlers. Sie erfüllen das kalifornische Klischee: Sind alle jung und gehen regelmäßig surfen. Ihre Musik ist ein sonderbarer und sehr eigener Hybrid aus Surf-Gitarren, Dub, Reggae und diversen Sounds. Der Sänger Brooks Nielson schreibt ganz großartige Texte und ist ein formvollendeter Crooner.

Zusammengefasst machen die Growlers Musik, wie ich sie in dieser Form kaum jemals gehört habe. Am ehesten könnte man sie vielleicht noch mit Tav Falco’s Panther Burns aus Memphis vergleichen. Es gibt bislang zwei Alben von den Growlers, „Are You In Or Out“ und „Tropics“, beide kann ich empfehlen.

Leider können wir immer seltener kleine, krude Bands mit auf Tour nehmen, je größer die Hallen werden. Aber als wir auf der letzten Tournee in Los Angeles gespielt haben, luden wir die Growlers ein, den Abend zu eröffnen, und das war ganz fantastisch.  Ein irrwitziger Auftritt!

The Growlers – „Little Miss Jack“:

The Growlers – „Wandering Eyes“:


I.M. Rock: Was die Stasi mit der Musik der DDR zu tun hatte

Mit 17 hat Thomas Schoppe einmal versucht, über die Berliner Mauer zu klettern. Keine Mutprobe, keine Abenteuerlust. Echte Republikflucht. Politische Gründe. So handfest, wie sie bei einem DDR-Teenager der allerersten Stunde nur sein konnten. Eines Abends im November 1962 jedenfalls waren Schoppe und sein Freund Hans aus der Heimat Leipzig nach Berlin gereist. Hatten sich im Jazzclub "Kleine Melodie" Mut angetrunken, waren in der Dunkelheit aufgebrochen. Den richtigen Spot entdeckten sie am Plänterwald in Köpenick, wo der provisorische Zaun - die Mauer war noch nicht fertig - eng an einem Neubau vorbeilief. Handschuhe für den Stacheldraht hatten sie vergessen. Als…
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