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B.B. King und „Live At The Regal“: Magie des Moments


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„Das Faszinierende an ,Live At The Regal‘ ist B.B.s Interaktion mit dem Publikum“, schwärmte einst Mark Knopfler, „wie er die Leute animiert, mit wie viel Humor und Hingabe er seine Geschichten erzählt und welch spontane Begeisterung ihm dafür entgegengebracht wird, ist einmalig und hat mich sehr berührt.“

Es gibt Platten, die sind hochwertiger aufgenommen. Man kennt etliche, die sind für die Popgeschichte relevanter. Als B.B. King am 21.11.1964 im Regal Theatre in Chicago vor afroamerikanischem Publikum spielt, wird jedoch eines eingefangen und für alle Zeit konserviert, was so selten ist, dass es kaum eine andere Platte davor oder danach in diesem Maß bietet: die Magie des Moments.

Denn: Der Zauber, der den Bluesgitarristen an diesem Abend umgibt und die Euphorie der Leute zurückschlagen lässt wie Ali gegen Foreman, ist nur zum Teil spontan.

B.B. stellt hier alles auf die Waage, was ihn zu ewiger Größe beruft: seine Erfahrung aus bis zu 340 Auftritten jährlich, seine emotionale Tiefe, der heilende Gospel seines Glaubens, die ersten 40 Jahre seines Lebens als Schwarzer in der weißen Gesellschaft.

Von Lars Thieleke