Band-Websites des Jahres


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01. www.wilcoworld.net

Bei Wilco hat jemand Buch geführt! Und sich die Mühe gemacht, dieses Buch zu sortieren und online zu stellen, damit sich der erinnerungsfreudige Fan noch einmal informieren kann, bei welchem Konzert er denn nochmal „Hell Is Chrome“ gehört hatte. Und auch an die Zukunft wurde gedacht – denn für jedes bereits angekündigte Konzert, können auch direkt Songwünsche mit Begründungen geäußert werden. Wilco haben die beste Website 2011 gebastelt, sagen die Leser, und es gibt viele Kleinigkeiten, die diese Webpräsenz tatsächlich zu etwas Besonderen machen. Neben dem Genannten lohnt sich übrigens auch eine kleine Tour durch den Onlineshop, wo es farbenfrohe Cupcake Hats, Hosenträger und Wasserflaschen gibt.

02. www.u2.com

U2 präsentieren sich äußerst Bild-, Musik- und Videoreich auf ihrer Website. Es reiht sich eine Galerie an die nächste und lässt so manche Erinnerung bei der kleinen Surftour wieder auferleben. Und selbstredend findet der Fan hier auch sonst alles, was er so braucht – ausgiebige Biographien, Songtexte sowie den eigenen Mitgliederbereich mit noch mehr Features.

03. www.radiohead.com

Klar tauchen auch Radiohead unter den Top 10, ja sogar Top 3 unseres Votings auf. Und das dürfte weniger an der wirklich schönen Gestaltung der Homepage liegen, als an der Nutzung derer. Denn wer hat nun einmal besser den Dreh raus, die Internet-Welt für sich zu nutzen und auf den Kopf zu stellen – wie wieder einmal bewiesen bei der Veröffentlichung von „The King Of Limbs“ – als eben Radiohead? Design und Informationsfülle überzeugen natürlich auch.

04. www.brucespringsteen.net

„Search The Lyrics“ heißt eine Kategorie auf der Webpräsenz von Bruce Springsteen und bietet die außergewöhnliche Möglichkeit im Kopf kreisende Songtextteile endlich wieder ihrem Ursprung zuzuordnen. Denn ein Suchkästchen ermöglicht das Durchstöbern aller, ja wirklich aller je erschienenen Springsteen-Songs. Und dass das viele sind, wird spätestens in der alphabetischen Übersicht klar. Natürlich kann die Suchfunktion auch für allerlei andere, statistische Recherchen genutzt werden und beispielsweise nachgeschlagen werden, wie oft The Boss eigentlich von, sagen wir mal, „Liebe“, „Wasser“, oder beispielsweise „Hüten“ singt. Letzteres übrigens bisher vier Mal.

05. www.arcadefire.com

Im Schreibmaschinen-Retro-Stil präsentieren sich Arcade Fire auf ihrer Website und bieten dem Besucher nicht nur den Platz im Publikum, sondern auch direkt auf der Bühne. So wird über „Sprawl II“ zum interaktiven Tanz gebeten und im Video zu „We Used To Wait“ die Reise in die eigene Vergangenheit angeboten.

06. www.rollingstones.com

Welcher Rolling Stones-Fan hätte nicht gern den Schlüssel zum großen Archiv an seinem Bund? Zumindest den zu den Haupträumen kriegt jetzt jeder, der die Bandhomepage besucht, wo man seit November Zugang zu vielen exklusiven Aufnahmen, Video-Interviews und Bildern hat sowie eine Übersicht über Merchandise-Raritäten, die natürlich auch käuflich erwerbbar sind. Ebenso über das Archiv erhältlich: die Aufnahmen der beiden Brüssel-Konzerte der „Goats Head Soup“-Tour 1973, die es bisher nur als Bootleg gab, nun aber als richtigen Konzertfilm inklusive Kopien der originalen Setlisten und einem Player, mit dem alle Songs einzeln abgerufen werden können. Dass es natürlich nebenbei auch noch einen Haufen Lesematerial, Biographien und Songs zum Hören gibt, sei da bloß am Schluss erwähnt.

07. www.gisbertzuknyphausen.de

Irgendwie gemütlich – das trifft es. Auf Gisbert zu Knyphausens Website springt einen nichts an, dudelt nichts los, wenn man durch einen Drücker auf das Eingangsschild die Seite betritt. Auch gibt es keine Bandmemory oder Action-Flash-Animationen. Nein, es ist alles eher schlicht, lila-rot. Dafür die kleine, dezente Jukebox in der man eine Auswahl von Gisberts Songs lauschen kann und die versammelten Videos: Musikclips und Livemitschnitte. Eine säuberlich aufgeführte Liste mit Empfehlungen für Plattenläden und den Hinweis, wo man die charmantesten Gisbert zu Knyphausen-Magnetbretter findet. Und, nicht zu vergessen – das Beste – hinter dem Stichpunkt „Konzerte“ gibt es zur Zeit eine gut gefüllte Liste.

08. www.beatsteaks.com

„BEAT TV …is watching you!“ – und alles was da sonst so passiert im Leben der fünf Herren mit der Berliner Schnauze. Hier geht es um die Wurst – oder besser um die Platten, roten Teppiche, internationale Konferenzen und Busfahrer. Wahres Rockstardasein eben. Doch der bandeigene Piratenkanal BEAT TV ist natürlich nur eines von vielen Features auf der Seite. So bietet sich auch die Möglichkeit, in ausführlichen Tourtagebüchern zu stöbern und so über alles informiert zu bleiben was man schon immer oder vielleicht auch besser nie wissen wollte. Und, nicht zu vergessen: Natürlich kommen auch ambitionierte Sänger, Bassisten, Gitarristen und Pianisten auf ihre Kosten und kriegen für private Übungszwecke und Coverbandgründungen das benötigte Lyric-, Tabulatur- und Notenmaterial gestellt.

09. www.listentofeist.com

„Listen To Feist“ ist der passende Domainname für Leslie Feists Homepage. Kaum öffnet sich die Seite, erklingen die ersten Töne von „How Come You Never Go There“ und das Video fängt an zu spielen – in Großformat. Bevor man sich durch die Seite klickt, hält man so automatisch einen Moment inne. Und klickt dann gleich weiter durch die vielen kleinen Videos, Making ofs und Naturaufnahmen.
Wenn man sich von denen dann mal losreißen kann, empfiehlt sich übrigens auch noch ein Besuch im Shop, wo es neben den obligatorischen Beuteln und Shirts auch ungewöhnlichere Merchandise-Produkte gibt, wie die vom „Metals“-Cover inspirierte Halskette, diverse Tücher und den kleinen Kurbelkasten für „Bittersweet Melodies“.

10. www.tomwaits.com

Dass Tom Waits eigentlich zu allem eine Geschichte oder zumindest etwas zu sagen hat, und das stets poetisch und oder witzig verpackt, lernt man schnell. Was wäre da als Feature für die Website logischer als die Kategorie „Wit & Wisdom“, in der man nach Themen wie „Love“, „Random Facts“ oder „Religion“ sortierte Weisheiten Waits finden und bei Bedarf auswendig lernen kann? Eine schöne Idee.