Banksy bei der Berlinale: Dokufilm über den Guerilla-Künstler.


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Man fragt sich schon, wie Banksy das schafft: Der Graffitikünstler ist einerseits fett im Geschäft und erzielt für seine Kunstwerke fünfstellige Beträge, andererseits genießt er aufgrund seiner oft provokativen Motive und seiner Guerilla-Methoden eine Street Credibility, an der kaum einer zu kratzen wagt. Ebenso verwunderlich ist, dass er es geschafft hat, seit seinem ersten Auftreten Anfang der 90er immer noch nicht enttarnt worden zu sein – und das obwohl er aufgrund seiner als „Vandalismus“ eingestuften Tätigkeit einige polizeiliche Ermittlungen verursacht haben dürfte. So sind konkrete Details über ihn rar gesät. Man weiß, dass er aus Bristol stammt und seit einem Artikel im britischen Guardian aus dem Jahre 2003 weiß man auch, wie er ungefähr aussieht. Simon Hattenstone beschrieb in damals so: „Banksy ist weiß, scruffy, lässig gekleidet, trägt Jeans, T-Shirt, hat einen silbernen Zahn, eine silberne Kette und einen Ohrring. Er sieht aus wie eine Mischung aus Schauspieler Jimmy Nail und Mike Skinner von den Streets.“ Den Artikel kann man hier nachlesen.

Banksy hat sich auch in der Geschichte der Popmusik verewigt. Er gestaltete das Cover für Blurs „Think Tank“ und für die Singles daraus. 2007 kooperierte er zudem mit Produzent Danger Mouse und machte aus Paris Hiltons Debütalbum ein ganz eigenes Kunstwerk. Er tauschte die Original-CD gegen einen Remix des Albums von Danger Mouse, änderte das Artwork und mischte die „gepunkte“ Version, wie er es nannte, in den Plattenläden wieder unter die Originalstapel. Ein Video der Aktion gibt es unten.

Einer seiner letzten spektakulären Aktionen im vergangenen Jahr war eine Ausstellung im Bristol Museum and City Art Gallery. Die Ausstellung wurde über Nacht aufgebaut, in Unwissenheit des Museumspersonals. Das arte-Magazin Tracks, Medienpartner vom Rolling Stone, nahm diese Ausstellung zum Anlass, um sich für eine Spurensuche nach Bristol zu begeben. Den Beitrag kann man sich unten noch einmal anschauen.

Wie gestern bekannt gegeben wurde, wird nun auf der Berlinale außerhalb des Wettbewerbs die neue Dokumentation von und über Banksy gezeigt. „Exit Through The Gift Shop“ sei, so Banksy in einem Statement, „ein Film über einen Mann, der einen Film über mich drehen will.“ Den Trailer dazu gibt es weiter unten. Bei der Premiere wird laut Berlinale-Angaben auch der Künstler selbst zugegeben sein – aber natürlich mal wieder inkognito. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick dazu: „Banksy wird anwesend sein, aber man wird ihn natürlich nicht sehn.“ Das kann man nun glauben, oder auch nicht. Wer also jemanden sieht, der „wie eine Kreuzung Jimmy Nail und Mike Skinner aussieht“, sollte vielleicht einfach mal fragen. Die Beschreibung passt ja nicht gerade auf den Durchschnitts-Berlinale-Besucher. Voraussgesetzt Banksy sieht immer noch so aus – die Beschreibung aus dem Guardian ist ja nun schon bald acht Jahre alt.

„Exit Through The Gift Shop“ – Trailer

„Banksy“-Beitrag aus arte Tracks

Banksy vs. Paris Hilton