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Besser als Stereo: Jetzt kommt endlich die 3D-Audio-Technologie

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Besser als Stereo: Jetzt kommt endlich die 3D-Audio-Technologie

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„Do we need more audio?“, fragte bereits im vergangenen Sommer die Online-Tech-Plattform „TV Technology“. Nicht nur für das Wohnzimmerkino versprachen neue Raumklangtechniken wie Dolby Atmos oder Auro-3D ein nie da gewesenes Hörerlebnis. Brauchen wir also mehr Soundqualität für daheim und unterwegs? Besser als Stereo, komplexer als der Siebziger-Jahre-Gimmick Quadrofonie?

„Eindeutig ja!“, antwortet der Hannoveraner Platzhirsch Sennheiser, der im eigenen Showroom auf der Kunstmesse Art Basel sein Ambeo-3D-Soundsystem vorstellte. In einem abgedunkelten Schachtelkino sind neun spezielle Lautsprecher nebst Subwoofern so angeordnet, dass man sich bei einer Klassikaufführung wirklich so vorkommt, als säße man inmitten des Orchesters. Die Geigen kommen von halb links, der Gesang von vorn, irgendwo bimmelt ­eine Triangel, und hinten in der Ecke kesselt die Pauke. ­Eine spezielle Abmix- und Abspieltechnik namens 9.1 ­zerlegt die Aufnahmespuren in dieses volle Rundherumprofil. Ein beeindruckender Effekt, der bereits im großen Format in Vorzeigeclubs wie dem Berliner Berghain oder im Roxy in Paris als Demoversion getestet wurde. Die 9.1-Software bereitet sogar Songs oder Videotonspuren in Dreidimensional auf, die ursprünglich konventionell aufgenommen wurden.

Virtual Reality als Pulsgeber

Gregor Zielinsky muss schmunzeln, als die Frage aufkommt, wie denn der Schrammelpunk der Ramones oder Lo-Fi-Folk in diesem Champagner-Soundsystem klinge. „Auf jeden Fall sehr dynamisch“, sagt der Sennheiser-Obertonmann, der bereits die Londoner Abbey Road Studios und den stets mürrischen Westcoast-Produzenten Bob Clearmountain (Springsteen, Stones) von der neuesten High-Tech-Entwicklung überzeugt hat. „Für eine forschende Audiofirma ist es immens wichtig, stets das Umfeld zu betrachten, in dem Sounds der Zukunft stattfinden werden. Und hier ist die Virtual Reality der maßgebliche Impulsgeber. Diese immer realistischer werdende Bildwelt verlangt auch eine entsprechende Vertonung. Daran arbeiten wir schon lange, und das beeinflusst auch alle anderen Produktbereiche“, berichtet Zielinsky.

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Kurzum, Echtzeit-Gaming mit Plastikbrillen und 3‑D-Kino werden mittelfristig auch für andere Musikaufnahmen sorgen. Dieser „Future Beat“ bleibt bislang noch auf Electro-Avantgardisten wie den Neuseeländer Nigel Stanford beschränkt, der für seine aufwendigen Sound-Visualisierungen Industrieroboter Klavier spielen oder auf Plattenspielern scratchen lässt – Kraftwerk 3.0 im 3‑D-Klangformat. Wem das alles zu sehr Ars Electronica ist, der kann zumindest sein Wohnzimmer, seine Yacht oder seinen E‑Klasse-Mercedes mit dem Ambeo-System in die neue Elbphilharmonie verwandeln – das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

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