Bill Wyman: Neues Solo-Album „Back To Basics“ erscheint im Juni


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Als Grundlage für die Auswahl der neuen Stücke wagte Wyman einen Blick in sein Archiv, wo er auf 60 unvollendete Demos stieß. Aus dieser musikalischen Fundgrube wählte er letztlich nur fünf aus, ergänzte die Tracklist durch acht neue Lieder.

Mit 79 noch nicht zu alt für neue Musik

Wie der amerikanische ROLLING STONE berichtet, klingt das Album, das am 19. Juni erscheint, sehr reduziert und ist von Künstlern wie JJ Cale, Tom Waits und Leonard Cohen inspiriert. Unter Mithilfe seiner langjährigen Sparring-Partner Terry Taylor, Guy Fletcher, Graham Broad und Robbie McIntosh wurden die Stücke schließlich finalisiert. Als Co-Produzent fungierte Andy Wright (Jeff Beck, Eurythmics).

Im Vorfeld der Aufnahmen machte sich Wyman Gedanken, ob er mit bald 79 Jahren nicht zu alt sei, um neue Musik zu veröffentlichen:

Ich dachte wirklich, ich bin zu alt dafür, doch dann kam mir in den Sinn, dass die alten Blues-Musiker auch noch musizierten bis sie letztlich umgefallen sind.

Der Grund, weshalb sich der Brite solange zwischen den Solo-Werken Zeit lässt, sieht er in der Tatsache begründet, dass er sich einfach für viele Dinge auch abseits der Musik interessiere: „Ich habe mich immer auch für Fotografie, Astronomie und vergangene Kulturen begeistern können. Es war mir immer auch wichtig als Mensch weiter zu kommen, Neues zu lernen. Diese Haltung habe ich schon in jungen Jahren ausgebildet.

UNITED KINGDOM - JUNE 06:  THANK YOUR LUCKY STARS  Photo of Bill WYMAN and ROLLING STONES, Bill Wyman on set of TV show  (Photo by David Redfern/Redferns)

Bill Wyman ist der Chronist der Rolling Stones

Bill Wyman absolvierte sein letztes Konzert mit den Stones im Jahr 1990, drei Jahre später stieg er aus, weil er einfach keine Energie mehr hatte, an den ausgiebigen Touren der Briten teilzunehmen. Quasi als Äqui­va­lent zu Beatle George Harrisson galt Wyman immer als „der Stille“. Nebenbei war er immer auch der Chronist der Band. Anhand von Tagebucheinträgen arbeitete er sein Wissen über jedes Ereignis in der langen Historie der Musiker heraus.

In der Folge schrieb Wyman sieben Bücher, stellte weltweit seine Fotografien aus, war sowohl als Produzent und Komponist für Film & TV tätig und gründete die erfolgreichen Rhythm Kings, mit denen er regelmäßig Alben veröffentlichte und auf Tour ging.

Auch die Rolling Stones bleiben aktiv: Ab dem 25. Mai 2015 ist „Sticky Fingers“ (1971) in einer umfangreichen Deluxe-Edition im Handel erhältlich. Zuletzt hat Gitarrist Keith Richards sogar einer neues Album in Aussicht gestellt. Zunächst wird aber wohl seine noch unbetitelte Solo-Platte erscheinen – aller Voraussicht nach im September.

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Für Keith Richards sind Synthesizer im Rock einfach nur billiger Kitsch

Hätte jemand eine andere Antwort erwartet? Auf die Interview-Frage, wie er denn den Einsatz von Synthesizern in der aktuellen Rockmusik finde, reagierte Keith Richards leicht mokiert: und verdammt sie als „billig und kitschig“. Der US-Ausgabe des ROLLING STONE antwortete er klipp und klar: „Es gibt keinen neuen Rock'n'Roll!“ Die Hoffnung, das Genre mit Mitteln der elektronischen Musik zu erneuern, sei „sinnlos“. Richards: „Es gibt fantastische Musiker und einige großartige Sänger und so weiter. Unglücklicherweise ist Rock für mich mit Synthesizern zu Brei gespielt worden. Wenn man erst einmal damit anfängt, bekommt man nicht mehr das, was man eigentlich gesucht hat.“…
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