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„Black Christmas“ im Mediabook: Tödliche Weihnachten (Test)

Für viele Menschen ist Weihnachten die Zeit der Besinnlichkeit, des Zusammenkommens und der inneren Ruhe. Für eine Gruppe junger Frauen aus einem Studentenwohnheim gibt es allerdings statt eines fröhlichen Weihnachtsfests den blanken Horror, als eines Abends das Telefon klingelt und ein anonymer Anrufer Obszönitäten ins Telefon stöhnt und droht, alle umzubringen.

Die Studentinnen nehmen den Anruf zunächst nicht ernst, doch als eine ihrer Freundinnen scheinbar spurlos verschwindet, suchen sie Hilfe bei der Polizei, die allerdings die Sache auch nicht weiter verfolgt, sondern als Nebensächlichkeit abstempelt. Erst als eine Leiche entdeckt wird und weitere Studentinnen verschwinden, nimmt sie sich der Sache an und geht auf Jagd nach einem unbekannten Serienkiller, der sich am Telefon nur als „Billy“ ausgibt und die ganze Kleinstadt in Aufruhr versetzt.

Ein zeitloser Horrorklassiker

Für viele Cineasten gilt „Black Christmas“ neben „Peeping Tom“ als die Mutter aller Slasherfilme, doch dabei ist der Film noch viel mehr. Nämlich ein psychologischer Horrortrip zum Unwohlfühlen. Der in Deutschland ursprünglich unter dem Namen „Jessy – Die Treppe in den Tod“ veröffentlichte Film von Regisseur Bob Clark setzte im Jahr 1974 neue Maßstäbe im Horrorgenre und ist bis heute relevant. Die Geschichte des in Kanada gedrehten Films basiert auf der urbanen Legende „The babysitter and the man upstairs“, aber erhielt bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1974 lediglich gemischte Kritiken und war alles andere als ein Hit. Erst Jahre später sollte sich dies enden und inzwischen wird „Black Christmas“ in einem Atemzug mit Horrorklassikern wie „Halloween“ oder „A Nightmare On Elm Street“ genannt.

Das ist unter anderem der innovativen Erzählweise geschuldet, die seiner Zeit weit voraus war. So sieht man den Killer beispielsweise nur aus der Egoperspektive – ein Kniff, den es Jahre zuvor auch schon bei „Peeping Tom“ zu sehen gab – und die Identität des Serienmörders wird bis zum Ende nicht aufgeklärt. Und apropos Ende: Das Ende des Films ist offen und lässt sehr viel Raum für Spekulationen. Raum für Spekulationen lassen auch die Morde, denn diese werden eigentlich immer nur angedeutet, aber nie so explizit gezeigt, wie man es aus anderen Horrorfilmen kennt. Deshalb ist „Black Christmas“ auch kein Slasherfilm per se, sondern der Film spielt gekonnt mit psychologischem Terror, der sich anfangs noch auf das Studentenwohnheim beschränkt, später aber auf die ganze Stadt übergreift.

Trailer

Regisseur Bob Clark ist ein zeitloser Horrorklassiker gelungen, mit dem er auch gleichzeitig ein neues Subgenre geschaffen hat, das sich unter Horrorfans bis heute großer Beliebtheit erfreuen: Saisonbedingte Slasherfilme wie „Halloween“, „Friday The 13th“ und „My Bloody Valentine“ treten allesamt in die Fußstapfen von „Black Christmas“ und würden ohne den Film vermutlich ganz anders aussehen oder schlichtweg gar nicht existieren. Eine Fortsetzung des Films war zwar jahrelang angedacht, erblickte aber nie das Licht der Welt. Dafür gibt es aber gar zwei Remakes von „Black Christmas“. Das erste erschien im Jahr 2006 und das zweite wird am 12. Dezember 2019 veröffentlicht. Und alleine dass diese beiden Neuinterpretationen existieren, ist schon Beweis genug, wie relevant das Original aus dem Jahr 1974 bis heute ist.

„Black Christmas“: Limited Collector’s Edition im Mediabook

Am 06. Dezember 2019 erscheint „Black Christmas“ von Verleiher capelight pictures in verschiedenen Fassungen, darunter auch das hier getestete limitierte Mediabook. Der Film liegt in der geremasterten Neuauflage vor, die im Jahr 2016 vom US-Label Scream Factory als 2K-Fassung vom Originalnegativ angefertigt wurde und „Black Christmas“ optisch in einem neuen Licht erstrahlen lässt. In dunklen Szenen dominiert zwar immer noch das Bildrauschen und das Bild wirkt oftmals unruhig, aber angesichts der damals verwendeten Kamera- und Aufnahmetechnik sah der Film trotzdem nie besser aus und alleine das rechtfertigt schon den (Neu-)Kauf.

Das Mediabook überzeugt aber auch durch das schlichte und unheimliche Covermotiv sowie einem Booklet mit detaillierten Hintergrundinformationen über den Film und seine bis heute anhaltenden Auswirkungen auf das Horrorgenre. Natürlich gibt es auch noch jeder Menge Bonusmaterial und dem Mediabook liegt neben der Blu-ray außerdem noch eine DVD des Films bei.

„Black Christmas“: Limited Collector's Edition im Mediabook
„Black Christmas“: Limited Collector’s Edition im Mediabook

Bonusmaterial:

  • Audiokommentar mit Regisseur Bob Clark
  • Audiokommentar mit den Darstellern John Saxon und Keir Dullea
  • Dokumentation „Black Christmas Revisited“
  • Dokumentation „The 12 Days of Black Christmas“
  • „Film and Furs“ – Ein Blick zurück mit Art Hindle
  • „Victims and Virgins“ – Ein Blick zurück mit Lynne Griffin
  • Interviews mit den Darstellern Olivia Hussey, Margot Kidder und Art Hindle
  • „Black Stories“ – Ein Gespräch im Kino
  • Uncovered Sound Scenes: Trellis Climb und Final Pan
  • Alternative Titelsequenz
  • TV-Spots
  • Radio-Spots
  • Original Kinotrailer

„Black Christmas“ ist ab dem 06. Dezember 2019 erhältlich. Neben der Fassung im Mediabook gibt es den Film auch noch als Variante im VHS-Design.

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„Battle Royale II“ im Mediabook: Krieg und Widerstand (Test)

Der japanische Film „Battle Royale“ aus dem Jahr 2000 hat die Popkultur für immer verändert. Bücher (und Verfilmungen) wie „The Hunger Games“ oder selbst Spiele wie „Fortnite“ würde es alle ohne den wegweisenden und kontroversen Film von Regisseur Kinji Fukasaku nicht geben und alleine das zeigt schon, wie weit „Battle Royale“ seiner Zeit voraus war und wie visionär der Film bis heute ist. In einer dystopischen Zukunft wird Japan im Jahr 2000 von hoher Arbeitslosigkeit und steigender Jugendkriminalität geplagt. Als Antwort darauf ruft die Regierung das sogenannte „BR-Gesetz“ auf den Plan. Dieses sieht vor, dass Jugendliche einer Schulklasse am Ende…
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