The Black Keys wühlen tief in ihrer Plattensammlung – und finden jede Menge Gold

Mit „Peaches!“ kehren The Black Keys zu ihren Blues-Wurzeln zurück – ein Covers-Album, das von echter Plattensammler-Leidenschaft lebt.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Die letzten beiden Alben der Black Keys zeigten das Akroner Arena-Garage-Blues-Rock-Duo auf Entdeckungsreise jenseits der eigenen Komfortzone. „Ohio Players“ von 2024 brachte Kooperationen mit Beck, Dan the Automator und Noel Gallagher. Das im letzten Jahr erschienene „No Rain, No Flowers“ entstand mit A-List-Pop-Produzenten wie dem Lana-Del-Rey-Vertrauten Rick Nowels und Hip-Hop/R&B-Veteran Scott Storch. Doch auf ihrem 14. Album besinnen sich Sänger und Gitarrist Dan Auerbach und Drummer Patrick Carney auf das Wesentliche: eine Sammlung von Songs anderer Künstler, inspiriert durch die gemeinsame Reise zweier lebenslanger Freunde und eingefleischter Plattensammler.

Ein ordentlicher Teil von „Peaches!“ widmet sich dem nordmississippischen Blues, der stets ein Kernelement ihres Sounds war – ganz ähnlich wie ihr ebenfalls auf Coverversionen basierendes 2019er Album „Delta Kream“. Die Keys versenken sich in Songs von RL Burnside, Junior Kimbrough und Jessie Mae Hemphill, wobei Zweitgitarrist Kenny Brown und Multi-Instrumentalist Jimbo Mathus für Tiefe und Kontur sorgen. Diese Versionen sind oft nicht besonders explosiv oder gar mitreißend.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

In gewisser Weise sind sie introvertiert, sie verströmen eine Pickup-Basketball-Natürlichkeit, die dem tiefen Grind und dem herben Crunch der Musik noch etwas hinzufügt. Den Presseunterlagen zum Album ist zu entnehmen, dass Auerbachs Vater 2025 an Speiseröhrenkrebs erkrankte und in Auerbachs Haus in Nashville gepflegt wird. Es fällt schwer, in dieser Platte nicht eine Kameradschaft auf Bewährung zu hören – den Sound zweier Typen, die sich die Arme um die Schultern legen und gemeinsam in dieselbe Richtung blicken.

Roh, direkt, unverzagt

Dabei bleiben die Keys nicht die ganze Zeit im Delta. Der rockigste Moment ist ein Ritt durch Ike Turners Chicago-Blues-Kracher „You Got to Lose“, angelehnt an George Thorogoods draufgängerische Version von 1977. „Peaches!“ wurde mit der rohen Unmittelbarkeit von One-Takes aufgenommen – was aber nicht heißt, dass es nicht mit Sorgfalt poliert worden wäre.

Ihre Neuinterpretation von Willie Griffins Crate-Digger-Perle „Where There’s Smoke, There’s Fire“ verwandelt einen unheimlichen Shimmy in etwas mit der gespenstischen Intensität von Bob Dylans Roots-Beschwörungen der 2000er-Jahre. Selbst wenn die Keys einfach nur abhängen, hinterlassen sie ein hallendes Echo.