„Blade Runner“-Star Rutger Hauer ist tot

Rutger Hauer ist tot. Der niederländische Hollywoodstar starb bereits am 19. Juli, nach kurzer Krankheit, in seinem Haus in Holland. Das teilte sein Agent der „Variety“ mit. Hauer wurde 75 Jahre alt.

Weltweiten Ruhm erlangte der gebürtige Amsterdamer 1982 als Co-Star Harrison Fords im Sci-Fi-Drama „Blade Runner“. Darin spielte Hauer einen Roboter, der nicht sterben will, sie hießen in dem Film „Replikanten“. Film-Fans zitieren noch heute dessen „Tears in Rain“-Rede – Hauer hatte den Monolog über die verpassten Chancen der Menschheit selbst bearbeitet, und gerade durch seine Auslassungen, Andeutungen und Verkürzungen („C-Beams“, „Tannhauser Gate“) förderte er die Vorstellungskraft seiner Zuhörer.

Seine erste Hauptrolle ergatterte Hauer 1973 in Paul Verhoevens „Türkische Früchte“, die ihn auch außerhalb der Niederlande bekannt machte.

Golden-Globe-Nominierung für Hauer

War von „Blade Runner 2049“ ganz und gar nicht begeistert: Rutger Hauer
War von „Blade Runner 2049“ ganz und gar nicht begeistert: Rutger Hauer

In den 1980er-Jahren trat Hauer in Filmen von Sam Peckinpah („Das Osterman-Weekend“) und Richard Donner („Ladyhawke“) auf, und seine Rolle als „Hitcher – Der Highway-Killer“ machte ihn 1986 zu einer Art „Kult-Star“. Später stand er für Christopher Nolan vor der Kamera („Batman Begins“). Für „Escape from Sobibor“ wurde Hauer 1988 für den Golden Globe als „Bester Nebendarsteller“ nominiert.

Seine vorletzte Rolle hatte Hauer im Western „The Sisters Brothers“, und sie war bezeichnend für seine oft zur Schau gestellte stille Größe: Als Gangsterboss „Commodore“ sprach er in dem Film von Jaques Audiard kein einziges Wort. Am Ende liegt er tot im Sarg, doch weil er noch immer Bedrohlichkeit ausstrahlt, schlägt sein Gegner (gespielt von John C. Reilly) ihm sicherheitshalber nochmal ins Gesicht – „ich wollte nur sichergehen.“

Harsches Urteil über „Blade Runner 2049“

Auf der Berlinale 2018 fällte Hauer sein Urteil über die Fortsetzung zum Film, der ihn berühmt machte. Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ sei „zu langsam, zu lang.“ Der Film habe keine „Liebe, keine Seele“:

„Ich schnüffle und kratze daran. Er sieht großartig aus, aber ich verstehe nicht, warum der Film notwendig war. Wenn etwas so wunderschön ist, sollte man es einfach in Ruhe lassen und einen anderen Film drehen. Man sollte sich nicht mit dem Ellenbogen auf den Erfolg stützen, der vor über 30 Jahren im Untergrund erreicht wurde. In vielerlei Hinsicht ging es in ‚Blade Runner‘ nicht um die Replikanten, sondern was es bedeutet, menschlich zu sein. Es ist wie ‚E.T.‘. Aber ich bin mir nicht sicher, was die Frage  im zweiten Film ist. Es ist kein charaktergetriebener Film und er hat keinen Humor. Da ist keine Liebe und keine Seele. Man kann die Hommage ans Original sehen. Aber das ist mir nicht genug. Ich wusste, dass es nicht funktionieren würde. Aber ich denke, es ist nicht wichtig, was ich denke.“

Elisabetta A. Villa Getty Images Entertainment


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