Rutger Hauer zerreißt „Blade Runner 2049“: „Der Film war überflüssig“


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Rutger Hauer ist derzeit in Berlin auf der Berlinale, um Werbung für seinen neuen Film „Samson“ zu machen. „The Hollywood Reporter“ nutzte die Gunst der Stunde aber für ein ganz anderes Thema, nämlich „Blade Runner 2049“. Rutger Hauer hat im Original „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982 den Replikanten Roy Batty gespielt, der eine Schlüsselrolle im Film von Ridley Scott gespielt hat.

Ryan Gosling und Ana de Armas in „Blade Runner 2049“
Ryan Gosling und Ana de Armas in „Blade Runner 2049“

„Blade Runner 2049“ kam 2017 ins Kino und wurde von Denis Villenuve gedreht, der sich selbst als „Hardcore-Fan“ des Originals bezeichnet. Kritiker waren zwar mehrheitlich begeistert, an der Kinokasse floppte die Fortsetzung jedoch und deckte noch nicht einmal seine Kosten. Weltweit spielte der Film etwa 259 Millionen US-Dollar ein, das Budget liegt geschätzt zwischen 150 und 185 Millionen. Obendrauf kommen noch Kosten für Marketing und andere Maßnahmen, die nicht näher bekannt sind. Weltweit hätte der Film aber über 400 Millionen US-Dollar einspielen müssen, um die Gewinnzone zu erreichen.

„Blade Runner 2049“: Trailer

Ridley Scott, Ausführender Produzent der Fortsetzung, hatte in einem Interview aus Januar 2018 auch gleich die Antwort parat, warum „Blade Runner 2049“ an den Kinokassen baden ging: Die Laufzeit von zwei Stunden und 44 Minuten war einfach zu viel:

„Er ist langsam. Lang. Zu lang. ich hätte ihn um eine halbe Stunde gekürzt.“

Rutger Hauer findet „Blade Runner 2049“ überflüssig

Auch Schauspieler Rutger Hauer hat seine ganz eigene Meinung zum Film. Auf die Frage, ob er die Fortsetzung gesehen hat, zerreißt der 74-Jährige den Film:

„Ich schnüffle und kratze daran. Er sieht großartig aus, aber ich verstehe nicht, warum der Film notwendig war. Wenn etwas so wunderschön ist, sollte man es einfach in Ruhe lassen und einen anderen Film drehen. Man sollte sich nicht mit dem Ellenbogen auf den Erfolg stützen, der vor über 30 Jahren im Untergrund erreicht wurde. In vielerlei Hinsicht ging es in ‚Blade Runner‘ nicht um die Replikanten, sondern was es bedeutet, menschlich zu sein. Es ist wie ‚E.T.‘. Aber ich bin mir nicht sicher, was die Frage  im zweiten Film ist. Es ist kein charaktergetriebener Film und er hat keinen Humor. Da ist keine Liebe und keine Seele. Man kann die Hommage ans Original sehen. Aber das ist mir nicht genug. Ich wusste, dass es nicht funktionieren würde. Aber ich denke, es ist nicht wichtig, was ich denke.“

Obgleich Rutger Hauer mit seiner Meinung in der Minderheit ist: Er ist nicht allein. Viele Fans und Liebhaber des Originals teilen seine Sichtweise. ROLLING-STONE-Redakteur Sassan Niasseri geht sogar noch einen Schritt weiter und findet: Selbst der erste Film ist überschätzt:

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