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Brian De Palmas Meisterwerk „Dressed To Kill“: Sex, Gewalt und Hitchcock-Zitate


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„Don’t make me be a bad girl again“, hört man einmal in einer Mischung aus Verzweiflung und verhaltener Drohung eine Frauenstimme sagen.

Im Grunde genommen geht es hier um wenig anderes als um böse Mädchen verschiedener Art. Ihre Fantasien sind wie manche ihrer Handlungen überbordend, und für den Zuschauer, der beides sieht, ist dies nicht immer genau voneinander zu unterscheiden. Das ist gewollt, denn auch wenn ein Psychoanalytiker hier eine Hauptfigur ist, erzählt Brian De Palma keineswegs psychologisch triftig oder im herkömmlichen Sinn realistisch. Die Plausibilität liegt in den Bildern, ihrer Verführungskraft und in dem Sog, den sie entfalten.

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So spielt eine der Hauptszenen des Films im Museum, dem New Yorker Metropolitan Museum. ­Kate, die zweite Hauptfigur, ein „desperate housewife“, die auch Patientin des Analytikers ist, lenkt sich dort durch die Bilder von ihren heimlichen Träumen ab. Doch auch die Gedanken lenken ab von der Kunst. Auf diese Art kehrt das Verdrängte immer wieder zurück, und so wird nicht nur jedes Kunstwerk, sondern auch die Beobachtung der Museums­besucher zum Anstoß neuer Fantasien: Sie kreisen um die Familie, um Töchter, die weglaufen, und ihre Eltern, sie kreisen um Liebespaare und um Sex.


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Eros und Thanatos verschmelzen

De Palma entfaltet ein Spiel der Blicke, das auf Kates Begierden und Ängste wie auf ihre Schuldgefühle hindeutet, das zur ­Einlasspforte in ihre Seele wird. Wir sehen, was Kate fühlt und will. Dann begegnet sie einem Fremden, den sie begehrt, und nun wird das Verfolgungsspiel gespielt: Sie läuft ihm nach, dann vor ihm weg, mehrfach dreht sich die Situation um, wobei sie erst einen Handschuh verliert, der von dem Fremden aufgenommen wird, dann den zweiten wegwirft, den ­eine zweite Person aufnimmt.

­Allein diese neunminütige, von einer entfesselten subjektiven Kamera gedrehte Szene ohne Dialog, aber voller dunkler Vorahnungen, die den Zuschauer immer auf der ­Höhe des Geschehens lässt und doch in einen Abgrund mündet, in dem Eros und Thanatos verschmelzen, ist für sich genommen Grund genug, „­Dressed To Kill“ für ein Meisterwerk zu halten.


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Brian De Palma hat seinen Platz im Kino-Olymp und ist doch ein Unterschätzter. Denn dieser Regisseur verfilmt keine Themen, macht nichts „von Bedeutung“, und Geschichten sind ihm nur ein Mittel zum Zweck. Der Zweck sind das Bild und die Bewegung.

So wie man diesen Film bereits zu seiner Entstehungszeit 1980 als Hitchcock-Hommage begriffen hat, wie man ihn trotz seiner „Vertigo“- und „Marnie“-Anspielungen als sehr offenen „Psycho“-Rip‑off verstehen kann – auch hier wird eine nicht mehr ganz junge blonde Frau, die vom größten Star des Films gespielt wird, nach etwa 30 Minuten brutal ermordet –, so ist dies auch ein Werk, in dem alles auf perfekte Weise zusammenkommt, was das Werk des heute 76-jährigen Brian De Palma so einmalig und faszinierend macht: Voyeurismus, Fetischismus, Psychoanalyse, Spiegel­stadium, Sex und Gewalt, Hitchcock-Zitate, Zeitlupen und Zeitdehnung, unendliche Plan­sequenzen, Verfolgung und Überwachung – um nur De Palmas wichtigste Motive zu nennen. De Palmas Kino ist Kino als pure Wunsch- und Begehrensmaschine. Seine Fragen: Wer schaut zu? Und wobei?

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Im Gegensatz zu manch anderen De-Palma-Filmen ist „Dressed To Kill“ pure Künstlichkeit und ­insofern auch pures Kino. Ein bisschen übertrieben, „larger than ­life“ in seiner Melodramatik, seinem Thrill, dem Ausstellen des Makabren, der Verbindung aus Geist und Gore, die den Zuschauer immer gern schockieren, verunsichern und an der Nase herumführen will – aber auch offen narzisstisch ist: Denn De Palma weiß, wie klug er ist, und er will, dass auch wir es wissen. Darum macht dieser Regisseur mit uns, was er will – nur um uns gleichzeitig zu zeigen, wie er es macht. Das klingt anstrengend, ist es aber nicht, denn die Kunst der Täuschung gehört zur Wahrheit des Films dazu.

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„Helter Skelter“ entstand, als die Beatles vollkommen betrunken waren

Mit dem harten "Helter Skelter" schlugen die Beatles die inzwischen angesagten Heavy-Bands mit ihren eigenen Mitteln. McCartney hatte in einem Review der Who-Single "I Can See For Miles" gelesen, dass der Song "a marathon epic of swearing cymbals und cursing guitars" sei. "Dabei", so McCartney, "war er überhaupt nicht roh und hatte auch keine schreienden Gitarren. Also dachte ich mir:, Dann lass uns mal so eine Nummer machen.'" Die Beatles nahmen "Helter Skelter" in einer Nacht auf, "in der sie sich", so Toningenieur Brian Gibson, "komplett betrunken hatten". Lennon traf auf Bass und Saxophon keine Note - und Starr meinte…
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