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Chart-Analyse: Sommerloch gibt’s nur in Deutschland – die Amis machen’s besser

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Chart-Analyse: Sommerloch gibt’s nur in Deutschland – die Amis machen’s besser

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Es herrscht Komplettflaute. In den offiziellen deutschen Albumcharts gibt es in dieser Woche so gut wie keine neuen Veröffentlichungen. Die große Ruhe vor den nächsten Herbststürmen, während die Fans dösend am Pool liegen. Oder Led Zeppelin hörend im Stau stecken. Selbst Monate alte Platten wie etwas das Debüt von Annen MayKantereit schaffen so die Rückkehr in die Top Ten.

Was wir hier nicht verheimlichen wollen: Der klare Wochengewinner in dieser Saure-Gurken-Zeit ist das hessische Schlagerduo Amigos, die mit „Wie ein Feuerwerk“ zur gediegenen Foxtrott-Party bitten. Als Dauerbrenner im heimischen Showgeschäft wissen die Gebrüder Bernd und Karl-Heinz Ulrich eben, wie man eine gerade Bassdrum in Songs wie „Wo warst du so lang“, „Montego Bay“ oder „Du liebst mich immer noch“ in klassischer Taktfolge zum Einsatz bringt. Bei der gestrigen Album-Release-Party in Bad Hersfeld bedienten sich die Amigos einem möglicherweise entscheidenden Verkaufskniff auf ihrem Weg an die Chartspitze: Zu jeder CD gab es für die Fans gratis eine Dose Prosecco dazu!

Soviel Beschaulichkeit daheim erlaubt dem Top Ten Club einen Blick in die internationalen Hitlisten. In Großbritannien etwa hält sich die Wertschätzung für gut gemachte und entsprechend druckvoll vorgetragene Soulmusik. Michael Kiwanuka ist mit seinem zweiten Album „Love & Hate“ aus dem Schatten der großen US-Vorbilder herausgetreten und schafft seine eigene Version eines Song-basierten Midtempo-R’n’B. Besonders die vorab veröffentlichte Single “Black Man in a White World”, in der er Erlebnisse aus seiner Londoner Jugend beschreibt, sorgte für viel Aufsehen im Kontext der aufgewühlten Brexit-Debatte. Was ist britische Identität?, fragt Kiwanuka letztlich in seinem Track: “Der Song stößt in der Tat auf große Resonanz. Geschrieben habe ich ihn über das, was ich in meinem Kopf hatte. Aber der Kontext ist ziemlich brisant, das dürfte einige Leute ansprechen. Das ist doch das Gute an Musik. Kunst und Musik sollten sich auf das Zeitgeschehen beziehen“, sagte er der internationalen TV-Sender Euronews.

Schockschwerenot!

Weniger politisch, aber auch nicht gerade Schlager-mäßig geht es in den USA zu. Der hierzulande weiterhin etwas unterbewertete Kanada-Rapper Drake steht mit seinem Album „Views“ stabil auf der Eins der Billboard-Charts. Sein Rap-Sound der neuen Kategorie, also HipHop ohne echten HipHop, passt irgendwie ins Bild seiner On-Off-Beziehung mit Weltstar-Kollegin Rihanna, die einen seiner Songs auf ihrer gerade laufenden Europa-Tour covert. Selbst eine mögliche Heirat mit Drakie-Baby haben die einschlägigen Klatsch-Portale vermeldet.

Und jetzt – Schockschwerenot – meldet sich auch Bösewicht Chris Brown zurück, der seine Ex-Ex “Rhi” noch einmal erobern will. Großes Drama-Kino in den internationalen Hitlisten, wo die beschaulichen deutschen Albumcharts nicht mal ansatzweise mithalten können.

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