Stephen Colberts unerlaubte Nutzung von Vince Guaraldis „Peanuts“-Musik endet mit einer Spende

Nachdem Colbert beim Finale der „Late Show“ absichtlich „Linus and Lucy“ ohne Genehmigung spielen ließ, einigte sich CBS auf eine Lizenzgebühr – die nun der World Central Kitchen zugutekommen soll.

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Einer der komischsten Urheberrechts-„Streitigkeiten“ der jüngeren Vergangenheit hat ein einvernehmliches, man könnte fast sagen charmantes Ende gefunden: CBS hat sich auf eine Lizenzvereinbarung geeinigt, deren Erlös an eine gemeinnützige Organisation gespendet wird – nachdem Stephen Colbert in der letzten Folge der „Late Show“ absichtlich einen von Vince Guaraldis berühmten „Peanuts“-Songs ohne Erlaubnis gespielt hatte.

Lee Mendelson Film Productions, Inc. (LMFP), die die Rechte an Guaraldis TV- und Filmkatalog hält, bestätigte die Einigung in einer Stellungnahme gegenüber ROLLING STONE. LMFP wird den Erlös der Vereinbarung an die World Central Kitchen spenden, die gemeinnützige Organisation des Starkochs José Andrés, die Nahrungsmittelhilfe in Krisengebieten und bei humanitären Katastrophen leistet.

Die genaue Höhe der Lizenzgebühr wurde nicht genannt. Es wäre allerdings bereits die zweite Spende an die World Central Kitchen, die aus dem Abschied der „Late Show“ hervorgeht: In der vorletzten Folge überreichte Colbert der Organisation im Namen der scheidenden Late-Night-Institution einen Scheck über 2,5 Millionen Dollar.

Colberts kalkulierter Regelbruch

Diese gute Tat schob Colbert seinem nun ehemaligen Arbeitgeber in einem Einspielfilm seines „Meanwhile…“-Segments beim „Late Show“-Finale unter. Nachdem er erwähnt hatte, dass LMFP zuletzt mehrere Klagen wegen unerlaubter Nutzung von Guaraldis Musik aus „A Charlie Brown Christmas“ und anderen „Peanuts“-TV-Specials eingereicht hatte, schaute Colbert direkt in die Kamera und sagte: „Peanuts ist eine mächtige Marke und für sich genommen ein ganzes Unternehmen. Wer diese Musik illegal verwendet, wird dafür kräftig zur Kasse gebeten …“

Noch während er sprach, begann die „Late Show“-Band Louis Cato and the Great Big Joy Machine, „Linus and Lucy“ zu spielen. Colbert fragte seinen Bandleader, ob sie tatsächlich genau die Musik spielten, für die man gerade „verfolgt wird“ – woraufhin Cato vergnügt antwortete: „Ja, genau das machen wir gerade“, während die Band ungerührt weiterspielte.

„Oh nein, ich hoffe, das kostet CBS kein Geld“, sagte Colbert trocken in die Kamera.

Reaktion der Rechteinhaber

Obwohl die Nutzung eindeutig ohne Genehmigung erfolgte, erklärte LMFP-Vorsitzender Jason Mendelson in einer Stellungnahme, das Unternehmen habe Colberts Einsatz von „Linus and Lucy“ als „lustig und unterhaltsam“ empfunden. Er fügte hinzu, man sei „stolz, die Mission der World Central Kitchen zu unterstützen“, und erklärte: „Ein wesentliches Ziel unserer Durchsetzungsmaßnahmen ist es, Einzelpersonen, Unternehmen und Behörden darüber aufzuklären, dass sie schriftliche Lizenzvereinbarungen benötigen, um Musik in einem kommerziellen Umfeld zu nutzen.“

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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