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COMMITMENT: Billy Porter in der Netflix-Serie „Pose“

🔥Netflix: Das sind die besten Netflix-Serien aller Zeiten

In den 70er-Jahren zeigte die Serie „Family“ das Leben in Pasadena. Vater fuhr zur Arbeit in die Anwaltskanzlei, Mutter wurschtelte im Garten, die ältere Tochter entdeckte ihren Mann mit einer Frau im Schlafzimmer, die jüngere Tochter hatte einen Hund, der Sohn wollte Schriftsteller werden. Die Autos waren groß, eckig und braun, die Einkäufe wurden in Papiertüten, auch braun, ins Hausgetragen, und in der Küche, im Wohn- und Kinderzimmer vollzog sich das, was Alltag genannt wird.

Das Telefon klingelte. Es war Weihnachten und Thanksgiving und Ferienzeit. „Family“, erdacht von Mike Nichols, dem Regisseur der „Reifeprüfung“, war eine realistische Serie über die Güte und die Gnade in der Mittelschicht, sie begann 1976 und endete 1980. Das Leben in den Jimmy-Carter-Jahren.

Vom Zusammenhalt und der Rivalität in der Transsexuellen-Szene

„Pose“ ist eine vertierte Familienserie: Sie handelt vom Zusammenhalt und der Rivalität in der Transsexuellen-Szene von New York City um 1987, als die Filme „Wall Street“ und „Fatal Attraction“ waren und die Musik von Madonna, Michael Jackson und Prince, verkürzt gesagt. „Pose“, von „Glee“-Erfinder Ryan Murphy, zeigt nun Privatleben und Lebenskampf von Männern, die als Frauen leben, und was das kostet.

Sie sind organisiert in sogenannten Häusern, den Adelsgeschlechtern nachgeahmt, denen nicht eine Königin, aber eine Mutter vorsteht. „Haus“ ist etwas hochtrabend: Fünf oder sechs junge Menschen sind jeweils versammelt. Manche tanzen. Manche lackieren Fingernägel. Manche lassen sich von Sugardaddys aushalten. Manche treten hinter der Glasscheibe in den Kabinen von „Sex World“ für Klimpergeld auf, das in den Münzautomaten geworfen wird. Und nachts verwandeln sie sich in glamouröse, flamboyante Gestalten, wenn die Bälle stattfinden, bei denen die Häuser vor einer Jury und Publikum um die schönsten und bizarrsten Kostüme und Auftrittekonkurrieren, kommentiert und angefeuert vom Zeremonienmeister, der Revolverschnauze Pray Tell, gespielt von Billy Porter, der anfangs ausruft: „Die Kategoriiiie lautet …“ Leinen gegen Seide. Pray!

Von Bitch-Gefechten, Traurigkeit und Poesie

Tell schneidert auch Kostüme für die Häuser. Sein Freund ist an HIV erkrankt. Man kann den schnellen Wortwitz, die Bitch-Gefechte, die Traurigkeit und die Poesie dieser Serie kaum vermitteln, weil es wenige Vorbilder gibt. „Pose“ ist „West Side Story“ und „Saturday Night Fever“, „Fame“ und „Flashdance“, es handelt von Träumen und Ambitionen und dem Gefühl: Wir gehören nicht dazu. Blanca Evangelista, Elektra Abundance und Angel, schwarze und puerto-ricanische Transgender-Frauen, ringen in einer Vermischung von Banden-Ethos und Imitation des Aristokratischen um Identität und Anerkennung, die abseits der Konventionen eigene Konventionen schafft. Sie haben nur sich. Auch in Schwulenbars sind Transsexuelle unbeliebt.



Kritik: „Filthy Rich“ – „Stinkreich“ auf Netflix – das Monster namens Jeffrey Epstein

Freiwillige Filmkontrolle widmet sich „Stinkreich“: Die vierteilige Netflix-Doku von Lisa Bryant erzählt die Geschichte der Missbrauchsopfer des Jeffrey Epstein – der Multimillionär hat zahlreiche weibliche Minderjährige vergewaltigt, in seinen Domizilen auf den Virgin Islands, in Palm Beach und in New York. Zu seinen Freunden zählten unzählige Prominente, darunter der britische Prinz Andrew, Ex-Präsident Bill Clinton oder Ex-Filmmogul Harvey Weinstein; einigen von ihnen seitens der Opfer und der #MeToo-Bewegung ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen. Jeffrey Epstein, zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt, wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Die Ermittler stellten Suizid fest, unabhängige medizinische Gutachter stellten die Frage in den Raum,…
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