Conan O’Brien beweist: Jemand interessiert sich 2026 tatsächlich für Oper
Conan O'Brien eröffnete die Oscars 2026 mit einem ausufernden Monolog – inklusive Seitenhieben gegen Timothée Chalamet und einem Opern-Auftritt von Josh Groban.
Conan O’Brien eröffnete die 97. Academy Awards am Sonntagabend, dem 15. März, mit einer Reise durch die meistnominierten Filme des Jahres. In einem ausufernden Monolog schlüpfte er in die Rolle von Amy Madigans „Weapons“-Figur Aunt Gladys und tauchte in Szenen aus „Sinners“, „Marty Supreme“, „F1“, „One Battle After Another“ und „Hamnet“ auf – verfolgt von einer Kinderschar.
O’Brien rannte bis direkt zu den Oscars, warf dort Perücke und Clown-Schminke ab und legte sofort los. Sein erstes Ziel war natürlich Bester-Schauspieler-Kandidat Timothée Chalamet, dessen diskursvergiftende Meinungen über Ballett und Oper er genüsslich auseinandernahm. „Die sind doch nur sauer, weil du Jazz vergessen hast“, sagte O’Brien. Den Kreis seines Einstiegs schloss er, indem er sich selbst einen imaginären Academy Award für herausragende Leistungen verlieh – standesgemäß mit Josh Groban, der auf einem Berggipfel-Set eine Opernhymne für seine Dankesrede schmetterte.
Wie gewohnt schlug O’Brien die Balance zwischen Politik und Popkultur. „Zum ersten Mal seit 2012 ist kein britischer Schauspieler für Bester Schauspieler oder Beste Schauspielerin nominiert“, sagte er. „Ein britischer Sprecher erklärte dazu: ‚Na ja, wenigstens verhaften wir unsere Pädophilen.’“ Zwischen Spitzen gegen die Nominierten Michael B. Jordan und Leonardo DiCaprio – sowie gegen das auffällig nicht nominierte Amazon Studios – würdigte O’Brien den internationalen Kraftakt, der nötig ist, um die Filme, die an diesem und jedem anderen Abend gefeiert werden, überhaupt erst zum Leben zu erwecken.
Ein Appell ans Kino
„Diese Nacht ist ein internationales Ereignis. Wenn ich kurz ernst sein darf: Alle, die jetzt gerade auf der ganzen Welt zuschauen, wissen nur zu gut, dass wir in chaotischen, beängstigenden Zeiten leben“, sagte O’Brien. „In solchen Momenten glaube ich, dass die Oscars besonders viel bedeuten. Einunddreißig Länder auf sechs Kontinenten sind heute Abend vertreten. Und jeder Film, den wir ehren, ist das Werk von Tausenden Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen und hart daran gearbeitet haben, etwas Schönes zu erschaffen. Wir huldigen heute Nacht nicht nur dem Film, sondern den Idealen globaler Kunst, Zusammenarbeit, Geduld, Resilienz – und jener seltensten aller Eigenschaften in dieser Zeit: Optimismus. Also lasst uns bitte auf die Tage feiern, die vor uns liegen – nicht weil wir glauben, dass alles gut ist, sondern weil wir auf Besseres hinarbeiten und hoffen.“
O’Brien kehrte als Oscars-Host zurück, nachdem er für seine Arbeit bei der Zeremonie 2025 begeisterte Kritiken eingeheimst hatte – es war sein erster Auftritt als Moderator einer Awardsshow seit den Emmys 2002 und 2006. Rob Sheffield schrieb damals für den ROLLING STONE: „O’Brien moderierte zum ersten Mal, aber verdammt nochmal, er hat es einfach nicht drauf ankommen lassen. Das ist eine gute Nachricht, denn ein lockerer, unverkrampfter Oscar-Abend macht schlicht mehr Spaß als eine steife, Dienst-nach-Vorschrift-Gala.“
In einem kürzlichen Interview mit „Good Morning America“ sprach O’Brien über seine Vorbereitungen und verriet, dass er Monolog-Material bei Überraschungsauftritten in Comedyclubs getestet habe. „Das Publikum liebt es, weil ich eine Überraschung bin und die Leute nicht wissen, dass ich auftauche“, sagte O’Brien – und fügte trocken hinzu: „Und manche dieser Clubs liegen wirklich am Ende der Welt. Die sind gleichzeitig auch eine Bowlingbahn. Oder eine Autovermietung.“
Lob für die Nominierten
Außerdem schwärmte er von den diesjährigen Nominierten und nannte sie „spektakulär“ und „alle sehr verschieden“. Er ergänzte: „Also, ‚Sinners‘ ist unglaublich, und ‚One Battle After Another‘ und ‚Marty Supreme‘ sind außergewöhnliche Filme, und ‚Bugonia‘, ich meine – ich könnte ewig so weitermachen.“