Daughter live in Berlin: Zu Daft Punk kann man auch weinen


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Bevor Daughter die Bühne betreten, wird eine Mix-CD mit mittelalten Liedern eingelegt, die man als Referenzen der Londoner sehen darf. Man hört The National, Sigur Rós und Elliot Smith. Daughter sind auf dem besten Weg sich in die Reihen dieser Größen einzuordnen. Elena Tonra singt unaufgeregt, ihre süße Stimme fügt sich perfekt in die Soundflächen von Gitarrist Igor Haefeli ein, der gerne auch mit dem Bogen über die Saiten streicht, wie man es auch von Sigur Rós kennt. Tonra plagen während des Konzertes technische Probleme mit ihrem Effektboard. Man erkennt es ihr an, ihr Gitarrenspiel ist manchmal ungenau, sie blickt oft verzweifelt zum Techniker. Wenn man zu diesem Zeitpunkt bereits in ihre Songs eingesunken ist, wird man hier wieder herausgerissen. Zwischen den Songs sieht sie die Pannen aber mit Humor. Man lacht mit ihr mit.

Nachdem die Probleme am Effektpedal gelöst wurden, fragt Haefeli: „Are you ready for another sad one? Cause that’s all we got.“ Man muss Haefeli zustimmen, alle ihre Songs sind sehr melancholisch, nur die Dur-Akkorde bringen ein wenig Abwechslung. Mit der Zeit wird das anstrengend.

Als Zugabe spielen sie eine Coverversion eines Songs, der alles andere als Traurigkeit verbreiten sollte. „Get Lucky“ von Daft Punk wird mit Daughter-typischen Gitarren zur Tanznummer, zu der man auch weinen kann. Man bleibt etwas unschlüssig zurück. Man weiß, ein Konzert der drei Londoner kann etwas sehr Magisches werden, die technischen Probleme und die damit folgenden Unsicherheiten haben sich leider dagegen gestellt. Man möchte ihnen noch eine Chance geben.

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