Dave Grohl: Sein peinlichster Moment mit David Bowie
Der erste Eindruck zählt – und manchmal geht er gründlich daneben. Dass selbst erfahrene Rockstars in Gegenwart ihrer Idole ins Straucheln geraten können, zeigt eine Anekdote von Dave Grohl über sein erstes Treffen mit David Bowie. Was als ehrfürchtige Begegnung begann, entwickelte sich binnen Sekunden zu einem der unangenehmsten Momente in Grohls Karriere. Im britischen Podcast „Dish“ erzählt der Foo-Fighters-Frontmann von dieser Erfahrung.
„Ich habe so schnell zurückgerudert“
Die Geschichte spielte sich Anfang der 2000er-Jahre ab, als Grohl Bowie erstmals persönlich im Studio traf. Kurz zuvor hatte er den britischen Musiker bei einem Festival live erlebt – ein Auftritt, den er rückblickend als nahezu spirituell beschreibt. Bowie sei „wie ein Engel“ gewesen, erinnerte sich Grohl, der tief beeindruckt im Fotograben stand und die Performance aus nächster Nähe verfolgte.
Umso größer war der Druck, als es wenig später zum direkten Gespräch kam. Bowie selbst eröffnete den Dialog mit einer simplen Frage: Wie habe Grohl den Auftritt erlebt? Eine Steilvorlage – doch statt einer erwartbaren Lobeshymne folgte ein Satz, den Grohl bis heute bereut.
In der Nervosität des Moments entschied sich Grohl für eine denkbar unglückliche Formulierung. Das Erste, was ihm einfiel, sei gewesen, dass ihm „all die Unvollkommenheiten“ an Bowie aufgefallen seien. Eine Aussage, die zwar als Versuch gemeint war, Bowies Menschlichkeit hervorzuheben, aber zwangsläufig wie Kritik klang.
Grohl erkannte den Fauxpas sofort: Er habe „so schnell zurückgerudert“, wie er nur konnte, und sich im selben Moment gefragt, was er da gesagt habe. Den Ausrutscher bezeichnete er rückblickend als „grauenhaft“ und betonte, dass er so etwas „niemals zu irgendjemandem sagen würde“. Ab circa Minute 33 könnt ihr die Geschichte hören:
Ein Meister bleibt ein Meister
Wie Bowie konkret reagierte, ließ Grohl offen. Klar ist jedoch: Die Begegnung endete nicht im Eklat. Im Gegenteil – Grohl durfte im Studio miterleben, wie Bowie arbeitete, und zeigte sich nachhaltig beeindruckt von dessen Präzision. Besonders die Stimme des Künstlers habe ihn fasziniert: „nahezu makellos, ohne Effekte, direkt und authentisch“.
Nachdem Bowie das Studio verlassen hatte, bemerkte Grohl, dass dessen Liedtexte vom Aufnahmeprozess noch auf dem Notenständer lagen. Bowie hatte auf den Zettel die Zeile „Ich bin nichts ohne mein Gesicht“ geschrieben und ein Selbstporträt dazu skizziert. Unter der Band entbrannte ein Wettstreit darum, wer das Bild mit nach Hause nehmen durfte. Grohl schnappte es sich – und enthüllt eine weitere Anekdote: „Meine Schwester zeigte mir Bowie, als ich vielleicht 12 oder 13 Jahre alt war, also schnappte ich mir das Selbstporträt, rahmte es ein und schenkte es ihr zu Weihnachten.“
Rockstars sind auch nur Menschen
Dass Dave Grohl diese Geschichte heute öffentlich teilt, passt zu seinem Image als nahbarer Rockstar. Und vielleicht liegt genau darin der Reiz solcher Geschichten: Sie holen Legenden wie David Bowie für einen Moment vom Podest und zeigen, dass selbst im Olymp der Musik kleine, menschliche Fehltritte ihren Platz haben.