David Bowie: Elternhaus in London wird öffentlich zugänglich

Das Haus in Bromley, in dem David Bowie von 1955 bis 1968 lebte, wird bis Ende 2027 als Museum eröffnet. Unveröffentlichte Archivstücke und sein Jugendzimmer.

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Das Haus aus den Kindertagen von David Bowie im Süden Londons soll bis Ende 2027 erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Das berichten der „Guardian“ und andere britische Medien.

Ein Blick zurück nach vorn aus der jugendlichen Perspektive eines der größten Popstars des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Das unscheinbare Reihenhaus in der Plaistow Grove 4 im Stadtviertel Bromley, in dem Bowie – damals noch David Jones – von 1955 bis 1968 lebte, wird derzeit vom Heritage of London Trust restauriert.

Das unscheinbare Gebäude soll in den Zustand der frühen 1960er-Jahre zurückversetzt werden. Der Ort gilt als zentral für Bowies künstlerische Selbstfindung. Sein winziges Jugendzimmer (rund 2,7 × 3 Meter) wird künftig als immersiver Erlebnisraum zugänglich sein.

Rückzugsort und Keimzelle großer Ambitionen

Für den späteren Thin White Duke war das Zimmer ein Rückzugsort und die Keimzelle großer Ambitionen. Bowie erinnerte sich 1990 in einem Interview: „Ich habe so viel Zeit in meinem Kinderzimmer verbracht. It really was my entire world.“

Der Weg hinaus ins London der späten 1950er habe ihn dabei stets durch eine tote Zone geführt. „Ich musste durch dieses Niemandsland namens Wohnzimmer, um aus meiner Welt oben hinaus auf die Straße zu gelangen“, so Bowie.

Das Projekt wird kuratiert von Geoffrey Marsh, der auch bei der legendären Victoria & Albert-Ausstellung im Bowie-Team war. Der Rolling Stone berichtete 2014 ausführlich über die Berliner Version dieser Wanderausstellung.

Für Marsh liegt die Bedeutung des Hauses weniger im Mythos als im sozialen Kontext: „Es zeigt eine untypische Kindheit in kleinen Verhältnissen, ohne privilegierte Schulbildung. Jemand aus einer stinknormalen englischen Familie. Und was dann dort passiert ist: dieser starke Zug zum Erfolg, mit dem unbedingten Wunsch, ein Star zu werden.“

Unveröffentlichte Archivstücke und magische Funde

Die Ausstellung wird zahlreiche bislang unveröffentlichte Archivstücke zeigen, darunter Bowies Schul- und Notizbücher, in denen er sich zeitweise als „David Jones Jr“ bezeichnete – Ausdruck seiner frühen Faszination für amerikanische Popkultur. Marsh nennt diese Funde „very magical“.
Ein zentrales Exponat ist ein Foto von Little Richard, das Bowie als Zehnjähriger ausgeschnitten und über Jahrzehnte aufbewahrt hatte. „Er hatte die Fotografie stets an der Wand in seinen Wohnungen – bis zu seinem Tod.“ Auch frühe Elvis-Singles, teils von Bowies Vater mitgebracht, werden gezeigt.

Plattform für junge Kreative

Neben der musealen Funktion soll das Haus ein lebendiger Ort für junge Kreative werden. Geplant sind Workshops und Förderprogramme, inspiriert von Bowies Beckenham Arts Lab. „Es geht nicht nur darum, ein Denkmal für Davids außergewöhnliche Kreativität zu schaffen“, so Marsh im „Guardian“. Vielmehr soll heutigen Jugendlichen Orientierung gegeben werden, was alles möglich sein kann. „It’s a platform for the future.“

Die Restaurierung, unterstützt durch eine Anschubfinanzierung von 500.000 Pfund, wird detailgenau erfolgen – inklusive Tapeten, originaler Farbschichten und baulicher Rückbauten späterer Jahrzehnte. Auch Erinnerungen von Weggefährten wie George Underwood und Dana Gillespie fließen ein und zeichnen ein intimes Bild von Bowies Jugend.

Ob der Maestro glücklich war in der Plaistow Grove, bleibt offen. Kurator Marsh formuliert vorsichtig: „Ziemlich schwierige Frage!“ Doch gerade das häufige Alleinsein habe seinen Weg zum Ruhm getriggert. Eine frühe Entschlossenheit, die sich bereits auf Fotos im Alter von 16 Jahren zeigt: „Er blickt dir direkt durch das Kameraobjektiv in die Augen. Das ist für einen Teenager der damaligen Zeit einfach unglaublich.“


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Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.