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Depeche Mode: So arbeiteten sie 1984 in den Berliner Hansa-Studios

Alle Traditionen müssen geschleift werden! Absoluter Futurismus soll die Musik beherrschen! Das war die Devise des Londoner Labels ­Some Bizzare Records, auf dessen erster, gleichnamiger Kompilation 1981 das erste Depeche-Mode-Stück, „Photographic“, erschien. Labelgründer Stevo ­Pearce kam aus der Industrialszene und suchte im Pop das absolut Neue, das Verstörende, die Avantgarde; später brachte er Alben von Psychic TV, den Einstürzenden Neubauten und Coil heraus.

Zwischen diesen düsteren, gern auch mit sadomasochistischer Ästhetik spielenden Acts wirkten die vier jungen Debütanten aus Basildon mit ihrer unbeschwerten Musik eher fehlplatziert. Doch zwei Jahre später und nachdem sie auf Daniel Millers Mute-Label in rasendem Tempo zu Popstars geworden waren, begannen Depeche Mode plötzlich nach jenem Underground zu klingen, den sie verlassen hattten: Auf dem dritten Album, „Construction Time Again“, hörte man Maschinen-, Stahl- und Schlagwerkgeräusche, wie man sie sonst nur aus dem Industrial kannte.

Wo kommen die Samples her?

Die neuen Möglichkeiten durch Samplingtechnik machten es möglich, und der neue Produzent, Gareth Jones, bestärkte De­peche ­Mode in ihrer erwachenden Leidenschaft für das klanglich Schroffe. Noch markanter ist dieser neue Sound auf dem 1984er Album „Some Great Reward“, das Jones mit der Band in den Berliner Hansa Studios produzierte, während er zeitgleich mit den Einstürzenden Neubauten an deren Album „Halber Mensch“ arbeitete. Blixa Bargeld behauptete später, dass der Produzent ihre Originalsamples für De­peche ­Mode geklaut habe – Gareth Jones hingegen streitet das bis heute eisern ab.

Kooperation

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„Zuletzt“, sagt Roland Orzabal, „waren wir vor 30 Jahren hier. Da stand noch die Mauer!“ Sein Bassist Curt Smith ergänzt: „Und jetzt will Trump in Amerika eine neue bauen.“ Worauf Orzabal eine leichte Abwandlung des Klassikers von Dinah Washington anschlägt: „What a Diff'rence a Wall Makes!“. Ja, sie machen aus Politik Pop. Manche sagen auch, Tears for Fears stünden unter Zugzwang: Jeder weiß, dass die Zwei sich nicht wirklich verstehen, aber alle erwarten ein Album, das erste seit 2004, vor allem, weil sie neuerdings wieder touren. Andere freuen sich zumindest über die Spielereien auf der Bühne. Orzabal, wie er, anstatt…
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