„Wild at Heart“-Star Diane Ladd mit 89 Jahren gestorben

Oscar-nominierte Schauspielerin Diane Ladd ist mit 89 Jahren gestorben – bekannt aus Scorseses und Lynchs Klassikern.

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Die Oscar-nominierte Schauspielerin Diane Ladd, bekannt für ihre Rollen in Martin Scorseses „Alice Doesn’t Live Here Anymore“ und David Lynchs „Wild at Heart“, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Ihre Tochter Laura Dern bestätigte den Tod ihrer Mutter in einem Statement gegenüber ROLLING STONE. Eine genaue Todesursache wurde nicht genannt.

„Meine wunderbare Heldin und das größte Geschenk meines Lebens, meine Mutter, ist heute Morgen mit mir an ihrer Seite in ihrem Zuhause in Ojai, Kalifornien, gestorben“, sagte Dern. „Sie war die großartigste Tochter, Mutter, Großmutter, Schauspielerin, Künstlerin und empathische Seele, die man sich nur wünschen kann. Wir waren gesegnet, sie zu haben. Jetzt fliegt sie mit ihren Engeln.“

Durchbruch mit Scorsese und Polanski

Diane Ladd blickte auf eine beeindruckende Karriere auf Bühne und Leinwand zurück. Zwar begann sie schon als Teenager in den späten Fünfzigern, doch erst 1974 gelang ihr der Durchbruch mit markanten Nebenrollen in Roman Polanskis „Chinatown“ und Scorseses „Alice Doesn’t Live Here Anymore“.

In letzterem spielte Ladd die schlagfertige, aber warmherzige Kellnerin Flo, die zur Freundin von Ellen Burstyns Alice wird. Mit ihren improvisierten, pointierten Dialogen brachte sie frischen Witz in den Film und erhielt dafür Nominierungen als Beste Nebendarstellerin bei den Oscars und den Golden Globes. (Die Preise gingen an Ingrid Bergman bzw. Karen Black.)

Drei Oscar-Nominierungen – und Erfolg mit ihrer Tochter Laura Dern

In den frühen Neunzigerjahren wurde Ladd erneut für zwei Filme nominiert, in denen sie an der Seite ihrer Tochter Laura Dern spielte.

Zunächst begeisterte sie in David Lynchs „Wild at Heart“ als exzentrische, herrisch-liebende Mutter Marietta Fortune. Ein Jahr später folgte „Rambling Rose“, wo Ladd eine bodenständige, aber ebenso eigenwillige Rolle verkörperte. Mutter und Tochter wurden beide für den Oscar nominiert – als erstes Mutter-Tochter-Duo überhaupt.

„Es ist etwas ganz Besonderes, mit der eigenen Familie zu arbeiten – so wie ein Metzger, der stolz sagt: ‚Das ist mein Sohn, der mir hilft‘“, sagte Ladd 2024 in einem Interview mit „Vulture“. „Wenn man die Wahrheit findet, erinnert man sich daran, wer man ist. Diese Filme sollen uns allen helfen, die Wahrheit zu finden.“

Von Mississippi nach Hollywood

Diane Ladd wurde am 29. November 1935 in Mississippi geboren und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für die Bühne. Nach dem Schulabschluss zog sie nach New Orleans, wo sie mit einer Band im French Quarter sang. Obwohl sie ein Jurastudium an der Louisiana State University aufnehmen konnte, entschied sie sich für die Schauspielerei – nach einem Angebot von John Carradine, in seiner Inszenierung von Tobacco Road mitzuspielen.

Bald lebte Ladd in New York, arbeitete im Copacabana-Club und gab ihr Off-Broadway-Debüt in „Orpheus Rising“, einem Stück ihres entfernten Cousins Tennessee Williams. In einem Interview von 2014 sagte sie: „Er war ein großer Einfluss in meinem Leben. Er nahm mich unter seine Fittiche, brachte mich ins Theater, war freundlich, liebevoll und brillant. Er kämpfte für mich. Jeder Mensch braucht jemanden, der für ihn kämpft.“

Familie mit Bruce Dern und gemeinsames Schaffen

Während der Arbeit an „Orpheus Descending“ lernte Ladd den Schauspieler Bruce Dern kennen. Sie heirateten 1960 und bekamen zwei Töchter: Diane Elizabeth, die im Alter von 18 Monaten bei einem Badeunfall starb, und Laura, geboren 1967. Zwei Jahre später trennten sich Ladd und Dern. Laura Dern begleitete ihre Mutter oft zu Dreharbeiten und hatte sogar einen kleinen Auftritt als Kind in „Alice Doesn’t Live Here Anymore“.

Vielfältige Rollen in Film und Fernsehen

Zu Ladds weiteren bekannten Filmen zählen „National Lampoon’s Christmas Vacation“, „Ghosts of Mississippi“, „Primary Colors“, „28 Day“s und „Joy“. Auch im Fernsehen war sie sehr präsent: Sie gewann einen Golden Globe für die Serie „Alice“, die auf Scorseses Film basierte – hier spielte sie jedoch nicht Flo, sondern die Figur Isabelle „Belle“ Dupree.

Später folgten Emmy-Nominierungen für Gastrollen in „Dr. Quinn“, „Grace Under Fire“ und „Touched by an Angel“.

Späte Erfolge und letzte gemeinsame Projekte

Ladd drehte weiterhin mit Laura Dern, etwa in Lynchs „Inland Empire“ oder „Citizen Ruth“. Beide spielten auch in der gefeierten, aber kurzlebigen HBO-Serie „Enlightened“ von Mike White, erneut als Mutter und Tochter – eine Konstellation, die ihr Publikum über Jahrzehnte hinweg berührte.

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil