Didi Hallervorden: „Gendern ist betreutes Sprechen“


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Mit 86 Jahren darf Dieter Hallervorden noch einmal eine typisch doppelbödige Rolle übernehmen. Für die ARD (03. Januar, 20:15 und Mediathek) gibt er in „Oskar, das Schlitzohr und Fanny Supergirl“ die schräge Type mit wilder Matte. Als verschrobener Ex-Häftling erweckt er die Traumwelt seiner autistischen Enkelin Fanny (Julia Kovacs) zum Leben – und meistert mit ihr ein turbulentes Außenseiter-Dasein.

Wie schon auf seinem jüngst erschienenen Album „80 plus – Hallervorden rockt“ bleibt er dabei der politisch unkorrekte Schrägo, den er bereits in seinen legendären Filmen der Siebziger abgab. Etwa als Gangsterboss Köhler in „Das Millionenspiel“ (1970) oder als manischer Anhalter in „Der Springteufel“ (1974). Ein hochaktiver Unruhestifter vom West-Berliner „Palim-Palim“-Humor aus der Serie „Nonstop Nonsense“ bis zum eigenen Theater im Steglitz der Jetztzeit.

Aus dieser Karriere-langen Position des Nonkonformisten wendet er sich im Interview mit der „Berliner Morgenpost“ ein weiteres Mal gegen Political Correctness. Und wie schon auf seinem Album hadert er mit dem Gendern. „Wie kommt eine politisch motivierte Minderheit dazu, einer Mehrheit vorschreiben zu wollen, wie wir uns in Zukunft auszudrücken haben?“, so Hallervorden. „Die deutsche Sprache als Kulturgut gehört uns allen. Keiner hat ein Recht, darin herumzupfuschen. Sprache entwickelt sich von allein, aber nicht auf Druck von oben. Gendern ist – wie ein weiser alter Mann wie Joachim Gauck sagte – ‚betreutes Sprechen‘. Ich und viele mit mir brauchen keine Erziehung zu Sensibilität.“