Neil Young: Die 10 besten Deep Cuts
Die 10 besten Neil-Young-Deep-Cuts: Leser wählen Favoriten von "Thrasher" bis "Expecting to Fly".
Neil Young hat in den vergangenen 60 Jahren eine enorme Menge Musik veröffentlicht. Er hat genug berühmte Songs, dass es schwer wäre, sie alle in ein vierstündiges Konzert zu packen, besonders wenn man seine Arbeit mit CSNY und Buffalo Springfield berücksichtigt. Doch selbst diese Songs stellen nur einen winzigen Ausschnitt seines Katalogs dar.
Die Auswertung der Stimmen erforderte zahlreiche Ermessensentscheidungen. Es war selbstverständlich, Stimmen für „Old Man“ und „Cinnamon Girl“ auszuschließen, doch „Cortez the Killer“, „Powderfinger“ und „Sugar Mountain“ stellten ein kleines Dilemma dar. Es sind im traditionellen Sinne keine Hits, aber die beiden Letztgenannten erscheinen auf „Decade“, während „Powderfinger“ sein am zweithäufigsten gespielter Song ist (nur „Cinnamon Girl“ liegt davor).
Letztlich fanden wir, dass sie schlicht zu bekannt sind, um zu zählen, obwohl sie alle sehr viele Stimmen erhielten.
Platz 10: „Expecting to Fly“
Buffalo Springfield existierten erst etwa ein Jahr, als Neil Young im Mai 1967 die Sunset-Sound-Studios in L.A. betrat, um „Expecting to Fly“ mit Produzent Jack Nitzsche aufzunehmen, doch die Gruppe befand sich bereits in einer Abwärtsspirale. Die Besetzung wechselte ständig, da Neil Young immer wieder ausstieg und zurückkehrte und Bruce Palmer sich wegen dringender rechtlicher Angelegenheiten Auszeiten nahm.
Young wollte zudem allein arbeiten, weshalb niemand sonst aus der Band etwas mit „Expecting to Fly“ zu tun hatte. Beeinflusst von „A Day in the Life“ holten sie ein Orchester dazu und verbrachten Wochen damit, am Track zu feilen. Eine gekürzte Version floppte als Single, doch sie war ein deutliches Zeichen dafür, dass Young den Rahmen einer Band bereits hinter sich gelassen hatte.
Seit der europäischen Solo-Akustiktour zu „Greendale“ im Herbst 2003 hat er den Song nicht mehr im Konzert gespielt, obwohl er ihn mit Promise of the Real zur Vorbereitung auf ihre Sommertour geprobt hat.
Platz 9: „On the Beach“
Falls es Zweifel daran gibt, dass Neil Young zutiefst niedergeschlagen war, als er Anfang 1974 „On The Beach“ machte, muss man nur den Titelsong hören, der die zweite Seite der LP eröffnet. „The world is turnin’“, singt er in den ersten Zeilen. „I hope it don’t turn away.“ Danach wird es nur noch düsterer, als er von einem Radiointerview erzählt, bei dem er schließlich „alone at the microphone“ endet, bevor er beschließt, die Stadt einfach zu verlassen.
„I head for the sticks with my bus and friends“, singt er. „But I follow the road, though I don’t know where it ends.“ Die Straße führte ihn später im Jahr zu einer desaströsen CSNY-Reuniontour, die seine Stimmung kaum aufhellte, doch gegen Jahresende lernte er seine spätere Frau Pegi Morton kennen, und die Dinge wendeten sich zum Besseren.
Er spielte „On the Beach“ bei zahlreichen CSNY-Shows 1974, doch heute ist es eine große Rarität. Seit 1975 hat er ihn nur zweimal gespielt: 1999 bei einer Solo-Akustikshow in Chicago und 2003 bei einer „Greendale“-Akustikshow in Hamburg.
Platz 8: „Vampire Blues“
„Good times are coming, I hear it everywhere I go“, singt Neil Young in „Vampire Blues“ von 1974. „Good times are coming, but they sure are coming slow.“
Mit Gitarrist George Whitsell (der mit Crazy Horse in ihrer 1960er-Band The Rockets spielte) und Bassist Tim Drummond, der mit einer Kreditkarte über seinen Bart schabte, um einen coolen Soundeffekt zu erzeugen, ist „Vampire Blues“ ein typisch niedergeschlagener „On the Beach“-Song, in dem Young sich mit einer Vampirfledermaus vergleicht, die nach „high octane“-Blut sucht.
Live spielte er ihn nur ein einziges Mal, bei einer Eagles-Show 1974.
Platz 7: „Danger Bird“
Der Tod des Crazy-Horse-Gitarristen Danny Whitten 1972 schien das Ende von Crazy Horse zu bedeuten, doch nur wenige Jahre später traf Young auf Gitarrist Frank „Poncho“ Sampedro, und die Gruppe wurde neu belebt.
Das erste Album des neuen Neil Young und der neuen Crazy Horse war „Zuma“ von 1975, aufgenommen in einem dichten Nebel aus Drogen und verzerrten Gitarrensoli. Der zweite Track ist das siebenminütige Epos „Danger Bird“, das tatsächlich aus zwei recht unterschiedlichen Takes zusammengesetzt wurde, die Wochen auseinanderlagen.
Es ist ein eindringlicher Song, und abgesehen von einer einzigen Solo-Klavierdarbietung 2003 hat er ihn ohne Crazy Horse nie live versucht. Hören Sie sich die 13-einhalbminütige Version auf „Year of the Horse“ an.
Platz 6: „Pocahontas“
Neil Young schrieb „Pocahontas“ ursprünglich für „Chrome Dreams“, ein Album, das er 1977 veröffentlichen wollte, das jedoch bis heute unveröffentlicht ist. Zwei Jahre später tauchte es auf der akustischen Seite von „Rust Never Sleeps“ wieder auf.
Es übernimmt einen großen Teil der Melodie aus Carole Kings Song „He’s a Bad Boy“ von 1963 und ist eine surreale Reise durch die Zeit vom 17. Jahrhundert bis in die Ära von Marlon Brando und dem Astrodome.
Ähnlich wie „Cortez the Killer“ konzentriert sich der Song auf die verheerenden Auswirkungen der europäischen Kolonisierung Amerikas auf die indigenen Völker. Seit Jahrzehnten ist er ein fester Bestandteil von Youngs Live-Set.