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Die 100 besten Sänger aller Zeiten: Bono, U2 – Text von Billie Joe Armstrong


von

Die 100 besten Sänger aller Zeiten, Platz 32: Bono

von Billie Joe Armstrong (Green Day)

Ich würde Bonos Gesang beschreiben als 50 Prozent Guinness, zehn Prozent Zigaretten – und der Rest ist Religion. Er ist ein körperbetonter Sänger, wie der Anführer eines Gospel-Chors, der sich in der Musik des Augenblicks verliert. Bono geht dann an einen Ort, der außerhalb seiner selbst liegt, besonders vor Publikum und wenn er diese hohen Töne singt. Da kommt seine Kraft her, das ist der reine, unverfälschte Bono. Natürlich glaubt er an die Dinge, über die er spricht, Weltwirtschaft oder AIDS-Hilfe in Afrika, aber diese Stimme steht immer an erster Stelle, dort liegen seine wahrsten Überzeugungen.

Er hat so viele Vorbilder. Man hört Joe Strummer, Bob Marley, Otis Redding, Elvis Presley, sogar John Lennon. Und er hat denselben Stimmumfang wie Robert Plant. Die ersten Töne von „Sunday Bloody Sunday“ sind der schiere Wahnsinn. Aber der irische Sängerknabe hat alles im Griff. „The Joshua Tree“ zeigt, wie meisterhaft Bono seine Stimme beherrscht und was er von Punk, New Wave und amerikanischen Musikern wie Bob Dylan gelernt hat. In den leisen Momenten von „With Or Without You“ kann man sich vorstellen, wie er unter dem Sternenzelt sitzt. Und wenn er dann den Refrain anstimmt, bricht ein Hagelsturm los.

Viel von Bonos unkonventionellem Gesang hat mit den Rhythmen der Band und dem Kirchenglocken-Feeling von Edges Gitarre zu tun. Bono surft da sehr elegant durch, auch wenn es ganz natürlich wirkt. Und er hat keine Angst davor, an seine Grenzen zu gehen, so wie der Falsettgesang in „Lemon“ oder „Kite“. Man hat bei ihm nie das Gefühl, dass er seine Stimme manipuliert, um auf den Putz zu hauen.

Man hat bei ihm nie das Gefühl, dass er seine Stimme manipuliert, um auf den Putz zu hauen. Bono sucht immer nach Möglichkeiten, etwas neu und anders zu machen. Das ist etwas, das ich von ihm gelernt habe: Ruh dich nie auf deinen Lorbeeren aus. Hör zu, lerne weiter. Das ist es, was einen Sänger ausmacht – und Bono hat es im Übermaß.“

Geburtstag: 10. Mai 1960. Wichtigste Songs: „One“, „With Or Without You“, „Where The Streets Have No Name“. Inspiration für: Eddie Vedder, Chris Martin.

Die 100 besten Sänger aller Zeiten:

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Bono von U2: „Musik ist sehr mädchenhaft geworden“

In einem Interview mit der US-Ausgabe des ROLLING STONE äußerte sich U2-Sänger Bono vor nicht allzu langer Zeit auch zur aktuellen Musiklandschaft und zeigte sich dabei durchaus besorgt. So sei sein Sohn zwar der Meinung, dass die nächste „Rock-&-Roll-Revolution unmittelbar bevorstehe“, Bono selbst hat jedoch eine sehr andere, eher skeptische Sicht auf die Dinge. Er findet nämlich, dass „Musik sehr mädchenhaft“ geworden ist. Kurz darauf relativiert er seine Meinung aber noch: Wut tut gut „Das hat natürlich auch gute Seiten. Aber Hip-Hop ist aktuell der einzige Ort für junge männliche Wut. Und das ist nicht gut. Als ich 16 war,…
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