Die 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten: Die komplette Liste

Die 100 größten Schlagzeuger aller Zeiten – von John Bonham bis Ringo Starr, Legenden, die Rock, Pop, Funk und Jazz geprägt haben.

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5. Hal Blaine

Hal Blaine

„Hätte Hal Blaine nur bei „Be My Baby“ von den Ronettes Schlagzeug gespielt, würde sein Name dennoch mit Ehrfurcht ausgesprochen werden“, sagte Max Weinberg einmal. Aber der Schlagzeuger, geboren als Harold Simon Belsky, leistete noch viel mehr. Er nahm unter anderem mit Sinatra, den Beach Boys, Elvis und den Supremes auf.

Als Leiter der Wrecking Crew, einer Gruppe von Session-Musikern aus L.A., die in den 60er- und 70er-Jahren die Studioszene dominierte, ist Blaine der meistaufgenommene Schlagzeuger der Geschichte. (Bei etwa 35.000 Titeln hat er den Überblick verloren. Aber darunter sind 150 Top-10-Hits und 40 Nummer-1-Hits.) Als Percussionist hinter Phil Spectors „Wall Of Sound” schuf Blaine einen der bekanntesten Beats der Popmusik. Aber Blaines wahres Vermächtnis ist seine chamäleonartige Anpassungsfähigkeit an jede Session. Und das nicht nur hinter einem herkömmlichen Schlagzeug.

Für „Caroline, No” von den Beach Boys schlug er auf Sparkletts-Wasserkanister. Bei „Bridge Over Troubled Water” von Simon & Garfunkel zog er Reifenkettchen über einen Betonboden. „Ich bin kein auffälliger Schlagzeuger“, reflektierte er. „Ich wollte ein großartiger Begleiter sein.“ Mission erfüllt.

4. Neil Peart

Neil Peart live in Großbritannien, 1979.

Als Neil Peart 1974 für Rush vorspielte, sahen seine Bandkollegen in ihm eine Chance, ihre leidenschaftliche Begeisterung für The Who auszuleben. „Wir waren von Neils Spiel total begeistert“, erinnerte sich Gitarrist Alex Lifeson in einem Interview. „Es war sehr Keith-Moon-ähnlich. Sehr aktiv, und er schlug so hart auf seine Trommeln.“ Ironischerweise sollte sich Pearts großer Beitrag zum Rock-Schlagzeugspiel als das genaue ästhetische Gegenteil von Moons Stil herausstellen. Die präziseste und akribischste Percussion, die das Genre je gesehen hat.

Als Rushs hochgesteckte Prog-Ambitionen Mitte bis Ende der 70er Jahre aufblühten, entpuppte sich Peart als obsessiver Handwerker und wild ambitionierter Künstler. Eigenschaften, die auch in seinen fantastischen Texten zum Vorschein kamen. Er setzte esoterische Instrumente wie Orchesterglocken, Tempelblöcke und Pauken ein, um seine barocken Parts für Songs wie „Xanadu“ und „The Trees“ auszuarbeiten.  Als sich die Musik der Band in den Achtzigern durch Übergangsmeisterwerke wie Moving Pictures zu einem eher poporientierten Sound entwickelte, tat dies auch Pearts Spiel.Eer begann, geschmackvoll elektronische Percussion einzubauen. Und suchte Inspiration bei Mainstream-Innovatoren wie Stewart Copeland.

Rushs jüngste Werke, wie beispielsweise „Clockwork Angels“ aus dem Jahr 2012, enthalten einige von Pearts besten Aufnahmen. Eine atemberaubende Einheit von Verstand und Muskelkraft. Obwohl er sich bis zu seinem Tod aus dem Tournee-Geschäft zurückgezogen hatte, bleibt Peart wohl der am meisten verehrte – und am häufigsten nachgespielte – Live-Schlagzeuger im gesamten Rock. Berühmt als Architekt von buchstäblich atemberaubenden Soli.

3. Ginger Baker

Ginger Baker

Mit immensem Talent gesegnet und mit einem ebenso großen Temperament gestraft. Ginger Baker kombinierte seine Jazzausbildung mit einem kraftvollen polyrhythmischen Stil im weltweit ersten und besten Power-Trio. Während er sich ständig mit seinen Cream-Bandkollegen Jack Bruce und Eric Clapton stritt, führte der in London geborene Schlagzeuger mit seiner Doppelbass-Virtuosität und seinen ausgedehnten Soli die Showmanship in die Rockwelt ein.

Nach der Auflösung der kurzlebigen Band Blind Faith zog Baker in den 70er Jahren für mehrere Jahre nach Nigeria. „Er versteht den afrikanischen Beat besser als jeder andere Westler“, erklärte Tony Allen, Mitbegründer des Afrobeat. In den Jahren seitdem war Baker mit einer beeindruckenden Reihe von Projekten beschäftigt, bei denen er seine charakteristische Bravour und seine komplex verwobenen Grooves zur Schau stellte. Darunter das unterschätzte Projekt Baker Gurvitz Army aus der Mitte der 70er Jahre, Jazz-Combos mit Star-Solisten wie Bill Frisell und überzeugende Kollaborationen mit Public Image Ltd und Masters of Reality.

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