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Die 25 besten deutschen Filme seit 1990

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Die 25 besten deutschen Filme seit 1990

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ROLLING STONE hat die 25 besten deutschen Filme seit 1990 gewählt. Texte von Arne Willander (AW), Birgit Fuß (BF), Maik Brüggemeyer (MB), Max Gösche (MG), Marc Vetter (MV) und Jan Jekal (JJ).

„Pappa Ante Portas“ (Loriot, 1991)

Vicco von Bülow alias Loriot begann seine Kinokarriere erst im Rentenalter. Seine Filme stehen daher naturgemäß in einer Kontinuität mit seinen Fernseharbeiten, in denen er den deutschen Spießbürger aufspießte wie Nabokov seine Schmetterlinge. Der Heinrich Lohse steht nach seiner Frühpensionierung staunend wie ein kleines Kind vor seiner neu gewonnenen Freiheit, und muss langsam lernen, damit umzugehen, ohne seiner natürlich von der wundervollen Evelyn Hamann verkörperten Göttergattin auf die Nerven zu fallen. (MB)

„Kleine Haie“ (Sönke Wortmann, 1992)

Der Zufall führt drei Typen zusammen, die sich an der Münchner Schauspielschule bewerben wollen – ein Malocher (Jürgen Vogel), ein Sensibelchen (Kai Wiesinger) und ein Schnösel (Gedeon Burkhard). Gemeinsam trampen sie ihrem Schicksal entgegen und erleben etlich Schoten, wobei der Autobahnabschnittsgefährte Armin Rohde als Prolet „Bierchen“ nahezu legendär wurde. Sönke Wortmanns Komödie ist so harmlos wie herzig, ein ungenierter Wohlfühlfilm mit gewitzten Dialogen. (BF)
https://www.youtube.com/watch?v=e2gPyZf2fLQ

„Schtonk!“ (Helmut Dietl, 1992)

Der Film zum Buch vom Führer. Helmut Dietls oscarnominierte Satire zeichnet die wahre Geschichte eines Stern-Journalisten nach, der glaubte, Adolf Hitlers verschollene Tagebücher entdeckt zu haben. Mit bissigem Witz und grotesker Albernheit seziert Dietl den fortwährenden Hitler-Kult des Nachkriegsdeutschlands. (JJ)

„Wir können auch anders“ (Detlev Buck, 1993)

Bevor Detlev Bock mit „Männerpension“ den deutschen Komödien-Mainstream bediente, drehte Detlev Buch wundervoll verschrobene norddeutsche Heimatfilme. Der schönste ist wohl dieser mit Western-Referenzen gespickte Road Movie um zwei ungleiche, in ihrer Einfalt aber vereinte Brüder, die nach der Wende mit ihrem Hannomag in den Wilden Osten fahren, um dem von ihrer Großmutter geerbten Haus in Mecklenburg-Vorpommern einen Besuch abzustatten, und dabei zunächst zu Geiseln, dann zu Freunden eines flüchtigen Rotarmisten werden. (MB)

https://www.youtube.com/watch?v=CdsP1Re0-ss

„00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter“ (Helge Schneider, 1994)

Helge Schneider ist nicht nur der begnadetste Komödiant des Landes, er ist auch ein wundervoller Filmemacher. Er lässt die Orte – in seinem Fall: das Ruhrgebiet – sprechen wie Wim Wenders, arbeitet mit einem wundervollen (Laien-)Ensemble wie Fassbinder und setzt wie Kaurismäki das scheinbar Amateurhafte ein, um auf die Inszenierung selbst zu verweisen. Großes Kino, diese Kriminalfilm-Persiflage. (MB)

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