ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
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Exklusive Videopremiere: Tom Schilling & The Jazz Kids – „Kein Liebeslied“

Tom Schilling ist den meisten wohl vor allem als Schauspieler bekannt. Mit dem Berlin- und Generationenfilm „Oh Boy“ mauserte er sich zum Leinwandstar und gilt als eines der prägendsten Gesichter des neueren deutschen Films. Doch Schilling ist auch Sänger und Songwriter der Band Jazz Kids. Sein Debütalbum „Vilnius“ besteht aus zehn Songminiaturen, die klingen, als hätte der 35-Jährige in seinem Leben nie etwas anderes gemacht, als grimmige Songs zu schreiben.

Auf die Jazz Kids war Jan-Ole Gerster, der Filmregisseur von „Oh Boy“, 2012 kurz vor den Dreharbeiten zu dem Film aufmerksam geworden. Gerster engagierte die Band, um den Score zu „Oh Boy“ zu schreiben, und Tom Schilling, der in dem Film die Hauptrolle spielte, freundete sich mit Schlagzeuger Philipp Schaeper und Pianist Christopher Colaco an. So kam eines zum anderen.

Deine Sätze sind hohl – deine Versprechen sind leer

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Auf „Vilnius“ (erscheint am 21. April 2017) spielen die Jazz Kids gar keinen Jazz mehr, sondern eher existenziellerer Klänge, die an die frühen Element of Crime erinnern, auch an Weill und Brecht. Dazu erzählt Schilling düstere Geschichten: „Trink endlich aus und dann mach, dass du gehst / Nimm dir den Koffer – pack’ alles ein – und mach, dass du gehst / Deine Sätze sind hohl – deine Versprechen sind leer / Und schön find’ ich dich schon seit Jahren nicht mehr“.

Jene Songzeile stammt aus „Kein Liebeslied“, für den Stephanie von Beauvais einen wunderbaren Clip gedreht hat, den Sie exklusiv auf ROLLING STONE sehen können. Zu bewundern ist in dem Video auch die ebenfalls stets wunderbare Martina Gedeck („Die Wand“, „Das Leben der Anderen“).

Tom Schilling & The Jazz Kids auf „Vilnius“-Tour 2017

  • 02.05. Hannover, Musikzentrum
  • 03.05. Münster, Gleis 22
  • 04.05. Leipzig, UT Connewitz
  • 05.05. Gera, Songtage
  • 07.05. München, Strøm
  • 08.05. Heidelberg, Karlstorbahnhof
  • 09.05. Frankfurt, Brotfabrik
  • 10.05. Köln, Stadtgarten
  • 11.05. Hamburg, Nochtspeicher
  • 12.05. Berlin, Columbiatheater


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