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Blackout Tuesday
Highlight: Netflix: Das sind die derzeit besten und gruseligsten Horror-Filme

Dieser Mann erklärt uns das Horror-Kino (und unsere psychischen Abgründe)

„Ich habe einen Großteil meiner Jugend im Kino verbracht und vor dem Fernseher“, erzählt der Filmwissenschaftler Marcus Stigl­egger. Der 47-Jährige macht trotzdem nie den Eindruck eines Filmnerds. Er ist erklärter Fan. Aber eben die seltene Art von Fan, die das Fan-Sein nicht vom klaren Blick abhält und nicht zu kritikloser Verehrung verführt.

Stiglegger lehrt in Berlin und oft auch an anderen Universitäten. Gerade hat er sein Buch „Grenzüberschreitungen“ (Martin-Schmitz-Verlag, 17,80 ­Euro) veröffentlicht, in dem er „Exkursionen in den Abgrund der Filmgeschichte“ unternimmt, vor allem ins Horrorkino. Dieses interpretiert er konsequent im Wechselverhältnis zu den kulturellen und politischen Rahmenbedingungen seiner Entstehungszeit. „Vereinfacht gesagt lese ich Horrorphänomene als Spiegel des kollektiven Unbewussten.“ Größere Fragen, die ihn hier umtreiben, lauten zum Beispiel: Was empfinden wir im Film als böse? „Es ist immer die Grundlosigkeit der Destruktion, die bei den Filmschurken das eigentlich Böse ist, also der ultimative surrealistische Akt: Ich gehe raus und erschieße jemand Unbekannten.“

„Grenzüberschreitungen“ auf Amazon.de kaufen

Die Idee hinter seiner „Grenztrilogie“ – „Grenzüberschreitungen“ ist nach „Grenzkontakte“ der zweite Teil – ist, das Populäre des Genrekinos zu reflektieren, aber aus einem Bewusstsein der Tradition. So berichtet er von der Schatzsuche nach Titeln in Grenznähe und „unvergesslichen Videothekenbesuchen, wo man auch offiziell nicht zugängliche Sachen bekommen konnte“. Sehr früh habe er erkannt, dass auch und gerade das offi­ziell Abseitige wertig sei.

Eine Fernsehreihe wie „Der phantastische Film“, in der Horrorfilme der 60er-Jahre, etwa die Dracula-Filme mit Chris­topher Lee, erstmals im Fernsehen gezeigt wurden, „hatte eine Bildungsfunktion, das war eine Generationen-Erfahrung – das waren die Filme, auf die man sich gefreut hat“. Weil weiterführende Informationen in einer Bundesrepublik ­ohne Internet, vernünftige Filmlexika und ausreichend Literatur kaum verfügbar waren, schnitt Stigl­egger wie ­viele andere Programmhinweise aus der Fernsehzeitschrift aus.

Wie der Zombie-Film aus dem Paranoia-Kino entstand

So kam er zur Liebe zum Genrekino und dessen tieferer Bedeutung: „Im Prozess der Modernisierung reflektiert Genrekino das Verdrängte und tiefenpsychologische Ängste.“ Roman Polanskis „Rosemarys Baby“ verbindet den Ernst des Problemfilms mit der Darstellungslust und dem Spielerischen des Genres. Hier setzte das moderne Horrorkino ein: „Schwangerschaftsängste wären ­eigentlich der Stoff für Bergman-Filme.“



Song des Tages: The Rolling Stones - „Miss You“

Die Stones haben in Toronto für ihre Auftritte im El Mocambo Club geprobt, als Jagger, der mit R&B-Legende Billy Preston jammte, sich ‚Miss You’ einfallen ließ. Mit einem Disco-Groove und einem Blues-Hauch durch einen Harmonika-Spieler, den sie in der Pariser U-Bahn gefunden hatten, wurde es der erste Nummer-Eins-Hit der Band seit fünf Jahren. „Es geht nicht wirklich um ein Mädchen“, sagte Jagger. „Das Gefühl des Verlangens ist das, worum es geht.“ https://www.youtube.com/watch?v=hic-dnps6MU
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