Dschungelcamp, Tag 7: Die geschepperte Oma fliegt raus – war Fräulein Menke einfach zu eklig?

Vom Ende her gesehen, hatte Fräulein Menke keine Chance. Die Toiletten-Guckerei, die unverblümte Aussprache und das allgemein Omahafte der Geschepperten vermittelten etwas Tragisch-Schwiemeliges, ja Multschig-Moosiges. Zuletzt beriet sie Kader bei deren Leiden: „Hast Du abgeführt? Der Darm muss gereinigt werden. Davon kommt die Migräne.“ Kader weiß es natürlich besser: „Nee, das kommt bei mir von Zwiebeln.“

Möglicherweise kommt es aber auch vom Gelärme der Anwohner: „Aber nicht diese (sic) Rumgeschreie“, beschwert sich Kader. Eine andere Hypothese ist die Nachwirkung des Schlangenbisses aus der Dschungelprüfung: „Ich weiß nicht, ob die Schlange nicht giftig war, die mich gebissen hat. Vielleicht ist das Gift in mir, und ich sterbe in einem Monat.“ Im Traum begegnet ihr die schreckliche Schlange. In einer furiosen Selbstbetrachtung im Dschungeltelefon bescheinigt sich Kader: „Ich hab‘ ein (sic) Aura.“ Der Migränebefall sei einseitig. Im Camp wird über die Zwiebel-Theorie spekuliert. „Das sind jetzt so wissenschaftliche Thesen, die überprüft werden sollten“, findet Hanka.

Die muffige Decke vor dem Klo

„Ich hab‘ bei Hanka festgestellt, dass sie Fortschritte macht“, konstatiert Markus großzügig. Sogar Icke hat eine Meinung: „Ich hab‘ gemerkt, dass sie noch zuvertraulicher (sic) wird“, stammelt der Halbstumme. Das stimmt aber gar nicht: Noch immer fehlt der Sächsin jedes Zutrauen zum Abführen. „Das ist alles die Angst: Du wirst es nicht schaffen, auf Toilette zu gehen. Vielleicht ist es ja doch möglich, den Kampf wiederaufzunehmen.“

Es ist dann möglich. Vor der muffigen Decke am Toiletteneingang nehmen Passanten beiläufig Anteil.

Sarah Joelle hat Ahnungen, weshalb sie von den Zuschauern zur Prüfung geschickt wird: „Weil sie mich ätzend finden, weil sie mich nicht mögen, weil ich nackig rumlaufe.“ Das gilt jedenfalls für Botox-Flori, die ehrliche Haut des Lagers: „Ich trau‘ ihr nicht. Sie spielt mit ihrer Gesichtsmimik und ihrer Gestikulation.“ Kader formuliert es zugewandt: „Sie spielt mit ihren Reizen, den Waffen einer Frau.“  Bei der Schlachthaus-Prüfung bewährt sich Sarah unter Gezeter mit sieben Sternen, beklagt aber später den Horror: „Ich hab‘ Probleme mit toten Tieren. Komischerweise ess‘ ich gern Fleisch. Aber wenn man toten Tieren in die Augen schaut, dann ist das nicht schön.“ Im Lager berichtet sie von der Prüfung: „Da war ein Raum, da waren komplette Köpfe von Bullen drin.“ Noch einmal bekräftigt sie ihren Appetit auf Fleisch, aber: „Ich find‘ es so grausam, dass so viele Tiere sterben müssen.“

Fräulein Menke musste gehen

Dschungelcamp: Schluss mit Drogen!

Hanka und Fräulein Menke tauschen sich über Techno und Drogen in den 90er-Jahren aus. Menke konnte damals nur selten „Hohe Berge“ singen, sie hatte zwei Kinder zu betreuen – doch als sie einmal Ecstasy konsumierte, passierte das Unvermeidliche: „Dann musste ich mich entleeren auf einer dreckigen Disko-Toilette.“ Schluss mit Drogen. Sachsen-Anhalt wurde von synthetischen Drogen überschwemmt, weshalb auch die ohnehin beträchtlich überreizte Hanka eine Ecstasy-Erfahrung machte … eine Halluzination: „Da waren so Neon-Igel in rot, blau und grün, die saßen an meinem Bettende und winkten. Ich hab‘ die Hälfte meiner Allgemeinbildung durch den Scheiß verloren.“

Vielleicht ist es so: Fräulein Menke war zu eklig. Durchgeknalltheit geht, aber Ekligkeit geht nicht. Jetzt geht sie. „Einer muss zuerst gehen“, tröstet sie die Bleibenden. Marc fühlt sich, als würde seine Oma gehen. Aber seine Oma wäre mindestens 80 Jahre alt.

Zwei Petitessen an Rande krönen die spektakuläre Ausgabe. Bei der Eigenwerbung der Kandidaten sagt Kader, wie es ist: „Ich darf heute den Arschkriecher spielen und um eure Stimmen bitten.“ Und auch Honey sagt, wie es ist: „Wenn ihr unbedingt wollt, könnt ihr weiter für mich anrufen. Euer Honey.“ Und wie wir wollen.

Favoriten: Markus ist angezählt. Icke ist noch immer da. Was ist eigentlich mit Marc? Gina-Lisa würde für ihn sofort nach Hannover fahren.

Sinkende Einschaltquoten: Gerät das Dschungelcamp in eine Quoten-Krise?

RTL / Stefan Menne
RTL / Stefan Menne

Schon
Tickets?

Podcast „Freiwillige Filmkontrolle“: Warum sich „Rambo 5: Last Blood“ wirklich lohnt

Im Lexikon steht für „Rambo“ als Synonym „rücksichtsloser Draufgänger“. Das ist bedauerlich, denn der Ex-Green-Beret steht für mehr als Geballer, hat eine traurige Biografie vorzuweisen: Der Vietnamveteran ist seit 37 Jahren nirgendwo erwünscht, setzt sich deshalb für Schwächere ein. Mit „Rambo 5: Last Blood“ setzt Sylvester Stallone seiner Action-Figur ein würdiges Denkmal. Bejubelt werden sollte der kranke Vietnam-Veteran nicht – aber man versteht sein Trauma nun ein bisschen besser. Sassan Niasseri und Arne Willander über die berühmteste Action-Figur des Kinos. Podcast Freiwillige Filmkontrolle: „Rambo 5: Last Blood“ Weiterhören: Once Upon a Time in Hollywood“ und „Apocalypse Now – Final Cut“ „Mindhunter“ und…
Weiterlesen
Zur Startseite