„Das ist ein Sex-Anruf!“: Earth-Wind-&-Fire-Sänger über „Reasons“
Philip Bailey enthüllt in Questloves neuer Doku, dass „Reasons“ von einem One-Night-Stand mit einer liierten Frau inspiriert wurde.
Earth, Wind & Fires Song „Reasons“ von 1975 gilt weithin als einer der prägendsten Lovesongs der vergangenen 50 Jahre. Die schwelgerische R&B-Ballade, vollgepackt mit Bläsern, Streicherarrangements und einem sehnsüchtigen Groove, über dem Philip Baileys leidenschaftliches Falsett thront, ist so sehr zum Inbegriff reiner, erfüllter Liebe geworden, dass sie zur Hochzeitsstandard avancierte – die Untermalung unzähliger erster Tänze über die Jahrzehnte.
Doch „Reasons“ handelt davon überhaupt nicht. Im Gegenteil. In Questloves neuer Dokumentation über die Legendenband, „Earth, Wind & Fire (To Be Celestial vs That’s the Weight of the World)“, erzählt Bailey endlich die ganze Geschichte hinter dem Klassiker aus „That’s the Way of the World“: Das Stück wurde von einem One-Night-Stand inspiriert – mit einer Frau, die bereits in einer Beziehung war.
In einem Clip aus dem Film, der exklusiv auf ROLLING STONE seine Premiere feiert, sprechen Anderson .Paak und H.E.R. stellvertretend für die meisten Menschen, wenn sie erklären, wie sie „Reasons“ immer für einen ganz normalen Lovesong gehalten haben. „Ich dachte, ‚Reasons‘ geht einfach die Liste all der Gründe durch, warum er diese Person liebt“, sagt .Paak mit einem verschämten Lächeln, während H.E.R. ergänzt: „Wenn man ein Falsett wie Philip hat, kann er irgendetwas sagen, und man denkt: ‚Das ist so wunderschön, so romantisch!’“
Baileys vergnügte Enthüllung
Bailey bekommt schließlich die Gelegenheit zu antworten – und tut es mit ungläubigem Vergnügen: „Wie können die Leute denken, dass dieser Song ein Liebeslied ist?“
Wie Bailey erklärt, entstand „Reasons“, nachdem er die Nacht mit einer Frau verbracht hatte und am nächsten Morgen aufwachte, um sie mit jemandem am Telefon reden zu hören. „Sie redet mit ihrem Typen!“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln und fügt hinzu: „Das ist einfach ein Sex-Anruf! Das war’s. Also, falls ihr den Song bei eurer Hochzeit gespielt habt – tut mir leid.“ (Am Ende des Clips ist Questlove hinter der Kamera kichernd zu hören, während Bailey ein trockenes Lächeln aufsetzt.)
„Earth, Wind & Fire (To Be Celestial vs That’s the Weight of the World)“ hatte seine Weltpremiere beim Tribeca Film Festival und ist ab dem 7. Juni auf HBO zu sehen. Der Film bietet einen umfassenden Blick auf die Geschichte, Musik und das Vermächtnis der Band – mit Interviews von Bailey und anderen noch lebenden Mitgliedern wie Verdine White und Ralph Johnson sowie einer Reihe ehemaliger Bandmitglieder. Im Mittelpunkt steht jedoch der Gründer und Kopf der Gruppe, Maurice White: ein komplizierter musikalischer Visionär, der einige der unvergesslichsten Funk- und Pop-Perlen schuf, die Band dabei aber mit eiserner Hand führte und die meisten anderen Mitglieder unterbezahlte.
Obama über „Reasons“ auf dem Schulball
Zu Wort kommen außerdem Musiker wie Stevie Wonder, Lionel Richie und Flea. Auch der ehemalige Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama tauchen auf und kommentieren „Reasons“ – sie erinnern sich daran, wie der Song bei Schultänzen rauf und runter lief. Während Barack sich daran erinnerte, dass ein Ja zum Langsamen mit dir während „Reasons“ bedeutete, volle fünf Minuten lang zu genießen, konterte Michelle: „Wenn du einem Typen zugesagt hast, der ein bisschen zu sehr geschwitzt hat, saßt du fest!“