Elvis Presley und sein ganz persönlicher Weihnachtsmann

Vor 60 Jahren verschickte Elvis Presley persönliche Weihnachtskarten. Auf dem Bild zu sehen ist auch der Weihnachtsmann. Dahinter versteckte sich aber nicht irgendwer.

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Frohe Weihnachten von Elvis Presley! 1965 verschickte der King an gute Freunde und alle, die ihn möglicherweise nicht mehr so oft hörten (darunter auch ein paar Geschäftskontakte), Weihnachtskarten. Darauf zu sehen war auch der Weihnachtsmann. Hinter dem Kostüm versteckte sich allerdings nicht irgendein Model, sondern sein Manager Colonel Tom Parker.

Zu sehen sind beide im festlichen Setting – Parker im ikonischen Santa-Clause-Kostüm, Presley im lässigen Rock-’n’-Roll-Look.

Solche Karten waren kein Zufall: In den 1960er-Jahren bemühte sich Parker intensiv darum, Elvis als kulturelle Marke im Gedächtnis der Menschen zu verankern. Grußbotschaften an Fan-Clubs gehörten ja schon früher dazu, auch Radio-Specials zum Fest und Weihnachts-Singles wie „Santa Claus Is Back In Town“ sowieso.

Warum verkleidete sich Colonel Parker als Weihnachtsmann?

Dass Tom Parker selbst als Weihnachtsmann auftrat, ist zwar irgendwie kurios, dann aber auch symbolisch: Inszenierte sich der dominante Manager auch hier als der große Kontrolleur des Musikers, der den Menschen die Geschenke (und damit auch das Rock-Präsent Elvis Presley) brachte?

Ein frohgestimmtes „Wir wünschen euch frohe Feiertage, und wir denken an euch“, aber gleichzeitig auch eine Erinnerung daran, wer hinter Elvis steht und ihn zu dem gemacht hat, wer er ist.

Weihnachtssong-Battle
Elvis Presley posiert mit Colonel Tom Parker (als Santa Claus) für eine Weihnachtskarte, die circa 1975 verschickt wurde

Vielleicht liebte Colonel Tom Parker aber auch einfach das Weihnachtsfest. In späteren Jahren gab es mehrere Variationen solcher Karten mit Parker im Santa-Look und Elvis, teils sogar mit anderen Figuren oder Haustieren dabei. Sie sind heute begehrte Sammlerstücke unter Elvis-Fans.

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Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.