ESC 2022: Ukraine macht das Rennen im ersten Halbfinale


von

Das erste Halbfinale des diesjährigen Eurovision Song Contest hat am Dienstagabend (10. Mai) stattgefunden. Zehn Kandidat*innen konnten sich in Turin für die große Finalshow am Samstag (14. Mai) qualifizieren, darunter auch die von der Ukraine ins Rennen geschickte Folk-Rap-Band Kalush Orchestra mit ihrem Song „Stefania“.

Ukraine wünscht sich den Sieg besonders

Laut „BBC“ gilt die ukrainische Gruppe Umfragen zufolge aktuell als Favorit. Bei der Bekanntgabe ihres Erfolgs soll die Band mit Ukraine-Flaggen in den Händen aufgesprungen sein. Ein Sieg würde den drei Kalush-Mitgliedern viel bedeuten, hatte Gründer und Sänger der Band Oleh Psiuk „BBC“ vor dem Halbfinale mitgeteilt. Es würde eine Botschaft der Unterstützung an all die Menschen des Landes senden, die flüchten mussten oder weiterhin belagert werden.

„Für unser Land ist es so wichtig, in irgendeiner Hinsicht zu gewinnen“, so der Musiker. „Wenn wir also gewinnen, ist das eine weitere Gelegenheit, der Welt die Ukraine zu zeigen, die Menschen an die Ukraine zu erinnern und die Moral im ganzen Land zu stärken.“

Trotz der guten Gründe, die andere dafür haben könnten, ihr Heimatland unterstützen zu wollen, betonte die Band: „Schon vor dem Krieg lagen wir bei den Prognosen an fünfter Stelle, was bedeutet, dass dieses ukrainische Lied bereits bei den Europäern beliebt ist.“ Die positive Rückmeldung zu ihrem musikalischen Beitrag sei also nicht nur auf die Solidarität der Nachbarländer zurückzuführen.

„Stefania“ als Schlachtruf für die Ukraine

„Stefania“ sei ursprünglich eine Hommage an Psiuks Mutter, die Zeile „I will always walk to you by broken roads“ soll mittlerweile aber auch als Schlachtruf neu interpretiert worden sein. Die Band wolle im Finale allen zeigen, „dass die ukrainische Kultur lebendig ist“. Russland wurde unterdessen von der Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb ausgeschlossen.

ESC-Qualifikation: Diese zehn Kandidat*innen machten das Rennen

Neben der Ukraine qualifizierten sich auch die Schweiz, Armenien, Island, Litauen, Portugal, Norwegen, Griechenland, Moldawien und die Niederlande.

Am Donnerstag (12. Mai) werden zehn weitere Künstler*innen ins Finale einziehen. Frankreich, Deutschland, Spanien, das Vereinigte Königreich und Italien haben durch ihren finanziellen Beitrag automatisch das Recht auf Teilnahme an der Finalshow.

Mit ihrer Ballade „Saudade, Saudade“ ehrte die Portugiesin Maro ihren verstorbenen Großvater und begeisterte damit Publikum und Jury. Auch die isländische Folkband Systur schaffte ihren Einzug ins Finale mit einer Ballade. „Með Hækkandi Sól“ heißt sie und bedeutet übersetzt so viel wie „mit der aufgehenden Sonne“. „Wir sind eine kleine Nation, wir gehen in Europa verloren, deshalb bedeutet es für uns die Welt“, so die Gruppe über ihren Erfolg im Halbfinale.

Die norwegische Gruppe Subwoolfer performte ihren Song „Give That Wolf A Banana“ – mit gelben Wolfsmasken, die die Identität der Musiker verschleierte. Mit dem Funk-Punk-Track „Trenulețul“ erkämpfte sich auch die moldawische Band Zdob și Zdub & Advahov Brothers ihren Platz im Finale.

Deutschland schickt Malik Harris mit „Rockstars“ nach Turin, der nach aktueller Prognose allerdings keine guten Aussichten auf den Gewinn hat.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf musikexpress.de +++