„Fuck“, „Wir scheißen auf euch“: Frei.Wild rasten aus
Schuld sei die „linkswoke Möchtegern-Gutmensch-Blase“, wettert die oft als Rechtsrock titulierte Band.
Frei.Wild sind wütend. Der Grund: Zwei Fans der umstrittenen Südtiroler Band wurden in Jena nicht in ein Konzert einer anderen Gruppe gelassen. Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, wollten die Männer ein Konzert der Band April Art im F-Haus besuchen. Sie wurden am Einlass jedoch wegen ihrer Frei.Wild-Tattoos und Aufnäher abgewiesen. Frei.Wild wird seit etlichen Jahren vielerorts Nähe zu rechtsextremen Gedankengut vorgeworfen.
Das F-Haus verwies gegenüber der „Thüringer Allgemeinen“ auf sein Hausrecht und erklärte, grundsätzlich sei jeder willkommen. Für Veranstaltungen gebe es jedoch klare Regeln. Auf der Website der Venue sind diese nachzulesen. Dort heißt es unter anderem: „Auf dem gesamten Gelände gelten die humanistischen und demokratischen Werte von gegenseitigem Respekt, gelebter Akzeptanz und Gewaltfreiheit. Menschenverachtende, rassistische, antisemitische, militaristische, sexistische, homophobe und gewaltverherrlichende verbale Äußerungen sowie Zeichen, Symbole, Codes, Marken und Medien, die derartiges transportieren, werden nicht geduldet“.
Frei.Wild:„ Diese ganze linkswoke Möchtegern-Gutmensch-Blase …“
Die Band um Frontmann Philipp Burger aber wollte dies nicht auf sich sitzen lassen und holte auf ihren sozialen Netzwerken zu einem verbalen Rundumschlag aus. Man werde seit Jahren in der deutschen Musiker- und Veranstalterlandschaft behandelt, „als wären wir ein Problem, das man aussortieren muss“. Verantwortlich dafür seien aus Sicht von Frei.Wild „ultralinke Fanatiker, Regenbogen-Geblendete, Antifa-Arschlöcher und selbsternannte Weltoffene“, die glaubten, bestimmen zu dürfen, „wer gut und wer böse ist“. Die Musiker steigern sich dabei in eine offene Abrechnung mit politischen Gegnern hinein: „Diese ganze linkswoke Möchtegern-Gutmensch-Blase geht uns so unfassbar auf den Sack, dass einem manchmal die Worte fehlen.“ Ebenfalls bemerkenswert ist die Darstellung der Band über die eigene Fanszene: „Menschen, die Frei.Wild hören, vertreten keine extremen Haltungen. Wir stehen seit fast 25 Jahren für das genaue Gegenteil. Punkt. Basta“, so Frei.Wild.
Gleichzeitig stellt Frei.Wild klar, dass sich die Tirade ausdrücklich nicht gegen April Art richtet, also jene Band, vor deren Konzert der Vorfall geschah. Man kenne die Musiker persönlich, „und wir hatten einen richtig starken Eindruck von ihnen. Punkt.“ April Art selbst haben gar nichts von dem Vorfall gewusst, heißt es seitens deren Managements. Den betroffenen Frei.Wild-Fans versprechen die Südtiroler, sich persönlich um sie zu kümmern: Sie sollen sich beim Management melden und würden „ohne Wenn und Aber“ als Gäste zu kommenden Konzerten eingeladen. Man wolle gutmachen, was „andere in ihrem kranken Wahn verbockt haben“.
Frei.Wild rasten aus: Kraftausdrücke als Antwort
Am Ende des Postings wird die Gruppe richtig emotional: „Und an die Veranstalter und Bands, die meinen, sie wären besser, heiliger oder für die Welt wichtiger als wir oder unsere Fans: Wir scheißen auf euch. Ihr seid das Schlimmste, was echter Meinungsvielfalt, Frieden und einem offenen Leben passieren kann“. Burger & Co. weiter: „Deshalb bekommt ihr von uns nur ein lautes, deutliches „Fuck““, ehe man auf die eigene Konzerttournee verweist.