Für neues Album: Muse-Sänger Matt Bellamy kauft Jeff Buckleys Gitarre


von

Muse-Frontmann Matt Bellamy ist zum Besitzer einer Gitarre geworden, die ursprünglich dem 1997 verstorbenen Singer-Songwriter Jeff Buckley gehörte – das gab der Sänger jüngst in einem Interview mit „Guitar World“ bekannt. Die Gitarre soll auf dem nächsten Muse-Album zum Einsatz kommen.

Bellamy erzählte, dass es sich bei der Gitarre um eine „blonden“ 1983er Fender Telecaster handle, die Buckley selbst für die Aufnahmen seines gefeierten Albums „Grace“ von 1994 verwendet habe. Um sicher zugehen, dass es sich dabei auch um das richtige Exemplar handelte, soll der Sänger keine Mühen gescheut haben. „Ich hatte ein ganzes Team von Leuten, die es mit der gebührenden Sorgfalt geprüft haben, um sicherzustellen, dass es absolut die Richtige war“, sagte Bellamy und verriet, dass sie sogar die Familie Buckleys dazu befragt hätten.

Obwohl er durchaus stolz sei, jene Gitarre zu besitzen mit der Buckley einst sein berühmtes Cover von Leonard Cohens „Halleluja“ aufnahm, habe Bellamy sie keineswegs aus Prestigegründen gekauft. Vielmehr möchte er versuchen, dem Instrument neues Leben einzuhauchen. „Ich habe sie nicht gekauft, um es mit einem Bild von Jeff an die Wand zu hängen, auf dem steht: ‚Seht mal, was ich hier habe.‘ Ich habe sie gekauft, weil ich versuchen möchte sie tatsächlich zu verwenden und zu integrieren und sie als Teil der Musik weiterhin am Leben zu erhalten. Ich glaube gerne, dass er das gewollt hätte.“

Jeff Buckley bei einem Live-Auftritt mit seinem 1983 Fender Telecaster

Der Klang der Gitarre, den Bellamy als „extrem glasig“ und „hell“ bezeichnet, sei zwar seltsam, aber auch ziemlich einzigartig. „Sie klingt so seltsam – sie klingt nicht wie irgendeine andere Telecaster. (…) Sie klingt wie keine andere Gitarre, die ich zuvor benutzt habe.“  Ebenso einzigartig wie ihr Sound ist auch ihre Geschichte. Denn wie Bellamy erzählt, soll die Gitarre ursprünglich Buckleys damaligen besten Freundin Janine Nichols gehört haben, mit der er eine Zeit lang in New York lebte. Nichols lieh ihm die Telecaster, nachdem seine Wohnung ausgeraubt worden war und er kurz davor stand, auf Tournee zu gehen. „Sie fügte der Gitarre einen langen Brief bei, in dem sie schrieb, dass sie sich unbedingt wünsche, dass die Gitarre an jemanden ginge, der sie auch tatsächlich spielen und nicht nur an die Wand hängen würde. Das tue ich also – ich versuche, mich an den Brief zu halten.“, so Bellamy.

Steve Eichner Getty Images


Jeff Buckleys Meisterwerk „Grace“: Hallelujah!

Mit "Grace", seinem einzigen kompletten Studioalbum, hat sich Jeff Buckley einen festen Platz in der Popgeschichte gesichert. Keine leichte Kost: melancholische Melodien und nachdenkliche Texte über unerfüllte Liebe. Doch die zehn fragilen Songs zwischen Folk, Jazz und Rock sind so schön, dass David Bowie "Grace" als eines von zehn Alben mit auf die einsame Insel nehmen würde. Der Heidelberger Jazzmusiker Karl Berger, der für die Streich-Arrangements verantwortlich zeichnete, erinnert sich: "Jeff war musikalisch sehr offen und kannte Musik von der klassischen Avantgarde bis zum modernen Jazz. Er ließ mich schreiben, was immer ich wollte." Das Label Columbia machte allerdings einige…
Weiterlesen
Zur Startseite